LUXEMBURG

Neue Eurobarometer-Umfrage zur Beteiligung an kulturellen Aktivitäten

Wird Europa zu einem Kontinent mit weniger Interesse für Kultur?“ Mit dieser Frage konfrontierte die Europäische Kommission Bürger in 27 EU-Ländern. In das Ergebnis der statistischen Erhebung fließen auch die Aussagen von 505 in Luxemburg ansässigen Befragten ein, die Auskunft zu ihren kulturellen Gepflogenheiten gaben. Insgesamt beteiligten sich 27.000 EU-Bürger an der Befragung. Fliegt man über den Bericht, fällt einem auf Anhieb auf, dass die Skandinavier auf kulturellem Plan am aktivsten sind : 43% der befragten Schweden gaben beispielsweise an, sich besonders intensiv am kulturellen Leben zu beteiligen. Am untersten Ende der Skala befindet sich Griechenland, wo lediglich 5% der Befragten angaben, intensiv auf kultureller Ebene aktiv zu sein. Insgesamt stellt man einen Rückgang der Teilnahme an kulturellen Aktivitäten und Projekten fest: 34% der Befragten nehmen nie oder nur sporadisch an Kulturaktivitäten teil; dies sind immerhin 4% mehr als 2007, als die letzte Eurobarometer-Umfrage zu diesem Thema durchgeführt wurde

Keine Macht der Oper

Drei Viertel der Befragten gaben an, äußerst häufig kulturelle Programme im Fernsehen und Rundfunk zu verfolgen. Sehr populär ist nach wie vor die Lektüre von Büchern; 68% der Europäer greifen mindestens einmal im Jahr zu einem Buch. Wenige können sich mit Tanz- oder Ballett-, bzw. Opernaufführungen anfreunden. Nicht einmal 20% der Befragten gaben an, solche Veranstaltungen zu besuchen.

Den Luxemburgern scheint die nötige Zeit zur kulturellen Muße zu fehlen. Kino-und Konzertbesuche sowie Opernaufführungen kommen für über ein Drittel der Befragten aus Zeitgründen nicht in Frage.

Über 50% der befragten Europäer nutzen regelmäßig das Internet für kulturelle Recherchen: Das weltweite Netz beliefert die User in erster Linie mit Zeitungsartikeln sowie Musikprogrammen jeglicher Art. Die Nordeuropäer nutzen das World Wide Web für die kulturelle Freizeitgestaltung häufiger, als beispielsweise die Südeuropäer.

Aus luxemburgischer Sicht dürfte vor allem die Teilnahme an so genannten „nicht-nationalen Kulturaktivitäten“ organisieren, wo das Großherzogtum in jeder Kategorie den Spitzenplatz belegt. Unter diese Kategorie fallen u.a. das Hören nicht-luxemburgischer Radioprogramme, die Lektüre ausländischer Autoren oder die Besichtigung historischer Bauwerke im europäischen Ausland. Drei Viertel der Befragten gaben an, sich in den vergangenen zwölf Monaten kulturelle Sendungen auf ausländischen TV-Sendern angeschaut zu haben; 70% griffen zu Büchern von ausländischen Autoren.

Der Bericht schließt mit der Feststellung, dass die jungen Europäer im Alter von 15 bis 24 Jahren sich besonders aktiv am kulturellen Leben beteiligen.pav


Lesen Sie den gesamten Bericht unter europa.eu/rapid/press-release_IP-13-1023_de.htm