Der Lego-Stein wird 60. Am 28. Januar 1958 reichte der Däne Godtfred Kirk Christiansen ein Patent für einen Plastik-Baustein ein: zweimal vier Noppen oben, drei Tunnel auf der Unterseite. Der Lego-Stein. Die Tunnel waren das Geheimnis, warum seine Steine besser aufeinander hielten als viele andere. Doch das technische Patent lief nach 20 Jahren aus. Längst spielen Nachahmer mit.
Die historische Stadt von Waterloo, die Trierer Porta Nigra oder gleich ganze Landschaften aus der Kinosaga „Star Wars“: Mit unzähligen bunten Legosteinen lassen sich Städte und Fantasiewelten gleichermaßen erschaffen. Doch daheim im stillen Kämmerlein seiner Baulust zu frönen, das ist nichts für den Legofan Robert Martellotto. Mit Mitstreitern gründete er am Nikolaustag des Jahres 2010 die „LuxLug Luxembourg Lego User Group a.s.b.l.”, den offiziellen luxemburgischen Legoclub. „Die Motivation für alle Legopassionierten ist es, die Sachen mal auszustellen und Kindern damit eine Freude zu machen“, erzählt Clubpräsident Martellotto. „Am Tollsten ist es, wenn sich die Kinder an den Anlagen nicht sattschauen können, die haben riesigen Spaß daran.“
Gesagt, gebaut, getan. Einmal im Jahr treffen sich die luxemburgischen Fans in Salem zu den „Brickdays“ und zeigen ihre Miniwelten, die Stein für Stein in mühsamer Kleinarbeit entstanden sind. „Lego macht Freude, es ist aber schöner, wenn man sein Hobby teilen kann.“ So wurden auch Kontakte zu ausländischen Clubs in Deutschland, Belgien oder Frankreich geknüpft, welche ihrerseits Ausstellungen veranstalten und zu denen die Clubmitglieder hinfahren können. „Das wird mit der Zeit wie eine ganze Familie, solche Wochenenden machen sehr viel Spaß.“ Zeit zum Schauen, zum Austauschen und zum Beraten über Bautechniken.
Bautechniken gefragt, Steine gesucht
Allerdings sind die Ausstellungen auch viel Arbeit. Ein Clubmitglied baute etwa eine Römeranlage mit Kolosseum, Schiff und Trierer Porta Nigra, auf einer Platte von vier mal sechs Meter. Allerdings hat Lego nie Römersets rausgebracht, umso schwerer war es also, alle Teile zusammenzubekommen. Für eine große Anlage braucht der Legofan schon mal zwischen sechs und zehn Monaten. Zumal Lego die Bastler auch noch vor ganz andere Herausforderungen stellt: Wie baut man für eine Burg einen runden Turm, wenn es nur eckige Steine gibt? „Manche Clubmitglieder bauen nach Fotos, andere lesen Bücher über Bautechniken“, erläutert Martellotto.
Allerdings kommt den Legofans nichts anderes als Lego in die Burg oder die Römerstadt, denn mit anderen Marken haben sie keine guten Erfahrungen gemacht: „Der Unterschied ist, dass man die Billigmarken einmal aufbaut und nach sechs Monaten fällt es auseinander“, erklärt Robert Martellotto und führt aus, „die Haftung ist nicht die gleiche.“ Echtes Lego sei überdies unzerstörbar. „Da spielen drei Generationen damit.“
Ideen haben die Legofans genug, woran es ihnen aber mangelt, sind die Steine, um ihre Ideen zu bauen. Daher ist der Club immer froh, wenn er ausrangierte Legosteine entgegennehmen kann, wobei es keinesfalls komplette Sets sein müssen. „Für den Müll sind sie einfach zu schade“, sagt Martellotto. Wer seine Steine hingegen behalten möchte, aber Fragen zu ganz bestimmten Bausätzen hat, kann das Team über Facebook kontaktieren. Und wer seine Steinchen-Welten zeigen oder sie gemeinsam mit anderen errichten möchte, ist im Club erst recht richtig.
Weitere Informationen unter www.luxlug.lu. Fragen an und Kontakt unter „LuxLug Luxembourg Lego User Group a.s.b.l.“ auf Facebook: www.facebook.com/LuxLug-Luxembourg-Lego-User-Group-asbl




