LUXEMBURG
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„Brexit“ ein Thema beim Empfang zum „Queen‘s Birthday“

„Ech hunn décidéiert, weider ze léieren“, sagte am Mittwoch beim Empfang zum „Queen‘s Birthday“ der britische Botschafter John Marshall nach einer seiner Begrüßungsrede in sehr gutem Luxemburgisch.

Der Diplomat, der erst im Februar 2016 seinen Posten angetreten ist, sagte vor zahlreichen Gästen im Garten der britischen Botschaft, dass ihm die Sprachenvielfalt in Luxemburg sehr gefalle und auch wie sich die Luxemburger für ihre Muttersprache einsetzen.

Marshall - übrigens ein begeisterter Läufer, der es sich gleich nach Amtsantritt nicht nehmen ließ, Luxemburg Etappe per Etappe zu Fuss zu erkunden - sprach aber auch die politische Aktualität in seinem Heimatland an. Vorab dankte er den Luxemburgern für ihr Mitgefühl und ihren Beistand bei den schrecklichen Attentaten in London und Manchester sowie bei dem Brand eines Hochhauses in London vergangene Woche, der zahlreiche Opfer forderte. Er bedankte sich auch für den herzlichen Empfang, den Luxemburg der Herzogin von Cambridge im vergangenen Mai bei der Feier zum 150. Jubiläum des Londoner Vertrags bereitet hatte.

Marshall sprach zudem die „Brexit“-Verhandlungen an, die am Montag starteten. „Das ist kein Boxmatch, ein Fussballspiel oder dergleichen“, sagte der Diplomat, „sondern ein gemeinsames Hinarbeiten auf einen guten Deal zwischen konstruktiven Partnern.“

Er sei zuversichtlich, dass es schnell Fortschritte geben werde. Am Montag werde Großbritannien ein Papier über die Gewährleistung der Rechte der EU-Bürger im Vereinigten Königreich veröffentlichen. Und auch wenn das Land die EU verlasse: „Das Vereinigte Königreich wird immer einer der engsten Partner bei der Verteidigung der europäischen Werte sein“. In Luxemburg leben derzeit etwa 6.100 britische Staatsbürger.