LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Die Fondation de Luxembourg hat eine neue Stiftung aufgelegt

Viele wollen in der Coronakrise etwas tun. Die Fondation de Luxembourg hat die neue Stiftung COVID-19 gegründet auf eine Reihe von Anfragen von Unternehmen, Stiftungen und Einrichtungen hin. Ihr Ziel: Projekte im Gesundheitswesen, in der wissenschaftlichen Forschung und im sozialen Bereich zu unterstützen. Die Stiftung COVID-19 ist eine Reaktion auf die Pandemie-Krise und soll Notfallprojekte zu kanalisieren. Zu den ersten, die mitmachen, gehört der Energiekonzern Enovos. Aber auch die Schweizer Privatbank Lombard Odier ist dabei, ebenso die Fondation du Pélican, die von Mie und Pierre Hippert-Faber gegründet wurde. Hippert ist bekannt, weil er vor seinem Ruhestand lange eine Apotheke in der Grand-Rue führte. Weitere Unternehmen sind im Gespräch mit Tonika Hirdman, der Direktorin der Fondation de Luxembourg, die die Anstrengungen koordiniert. Täglich erhält Hirdman weitere Anfragen.

Nach einer Woche stand alles

„Wir haben noch nie so schnell eine Stiftung aufgelegt“, sagt sie im Interview mit dem „Journal“. Hirdman leitet die Dachstiftung seit dem Start 2008 und hat die Gründung von mehr als 80 Stiftungen miterlebt, die sich unter dem Dach ihrer Organisation befinden. „Diesmal lief alles innerhalb einer Woche, inklusive der Vorauswahl der Projekte“, berichtet sie.

Die Stiftung soll Projekte in drei Kategorien unterstützen: Dem Gesundheitssektor, Forschungsprojekte und dem sozialen Bereich. Eine Reihe von Projekten, die unterstützt werden könnten, befindet sich in der Vorauswahl. Im Gesundheitssektor ist ein konkretes Projekt die Herstellung von Schutzkleidung für das Krankenhauspersonal aus Tyvek in Bascharage, über die das „Journal“ vor zwei Tagen exklusiv berichtete. „Hierfür wurden rund 180.000 bis 200.000 Euro eingeplant, dank derer 14.000 Schutzkittel sowie 5.000 Schutzanzüge genäht werden können“, erzählt Hirdman.

Aber auch Patientenhilfe und der Kauf medizinischer Ausrüstung gehören dazu. „Bei einem unserer Projekte, bei dem wir mit der Fondation Hôpitaux Robert Schuman zusammen arbeiten, geht es um den Kauf von fünf Beatmungsgeräten, für die 20.000 Dollar bereit stehen. Wichtig ist, dass sie aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen“, betont Hirdman, der die Wildwestgeschäfte rund um Medizinbedarf ein Begriff sind.

Erkrankte ohne Symptome testen

Bei den Forschungsprojekten gibt es ein sehr konkretes Projekt gemeinsam mit der Universität Luxemburg und dem „Luxembourg Institute of Health“ (LIH). „Dabei geht es um die Entwicklung von Tests, die nicht nur Erkrankte mit Symptomen, sondern auch ganz ohne Symptome feststellen können. Denn die sind sehr gefährlich“, erläutert Hirdman. Die neue COVID-19-Stiftung unterstützt das Projekt auch deshalb, weil die Mittel des bereits involvierten „Fonds National de la Recherche“ (FNR) nicht ausreichend sind.

Mit dem „Luxembourg Institute of Health“ (LIST) arbeitet die COVID-19-Stiftung ebenfalls zusammen. „Dabei geht es um ein Simulationsmodell zur Ausbreitung des Virus in einem bestimmten Raum“, sagt Hirdman. Hier habe das LIH bereits viel Erfahrung. Die Ergebnisse sollen sich nicht nur auf Luxemburg beschränken, sondern auch die Großregion miteinbeziehen. Durch die Simulation lässt sich herausfinden, welche Stadt oder Region als nächstes betroffen ist.

Im sozialen Bereich ist die neue Stiftung unter anderem im Gespräch mit der „Stëmm vun der Strooss“, um Schutzkleidung für das Personal bereit zu stellen, das mit den Obdachlosen zusammen arbeitet.


Interessierte Unternehmen, Personen oder Stiftungen müssen eine Mindestzusage über 10.000 Euro als Unternehmen oder 2.500 Euro als Einzelspender machen. Diese sind nach luxemburgischem Recht steuerlich abzugsfähig. Die Spender können entweder eines der von der Fondation de Luxembourg vorausgewählten Projekte wählen oder ein neues Projekt vorschlagen. Interessenten wenden sich per Mail an FondationCovid19@fdlux.lu oder an die
Philanthropie-Beraterin Audrey Lesperoy unter +352 621 177 802.