LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Stalking-Urteil: 24 Monaten auf Bewährung und 1.500 Euro Geldstrafe

Jean-Claude W. (46), der zwischen Mai 2013 und März 2014 in Esch/Alzette einer Nachbarin das Leben zur Hölle machte, wurde am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Außerdem muss sich der psychisch kranke Mann einer regelmäßigen psychiatrischen Behandlung unterziehen. Mit dem Urteil entsprach die 12. Strafkammer den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Am 14. Januar 2016 war W. wegen Körperverletzung und Stalking bereits in einem Versäumnisurteil zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt worden. Dazu kam eine Geldstrafe. Im aktuellen Fall warf der Beschuldigte der Frau permanent vor, nachts gegen die Wände und Türen zu hämmern, stundenlang hin- und her zu rennen, an seiner Tür zu klingen. Vor Gericht gab er zu Protokoll, er fühle sich bedroht.

Vor allem zwischen 22.00 und 4.00 hätte er immer wieder Stimmen in der Wohnung über ihm gehört. Auch Eisenkugeln, die zu Boden geworfen wurden, das Schlagen mit Eisenstangen, lautes Trampeln und Möbelrücken quer durch das Wohnzimmer seien an der Tagesordnung gewesen. Zeugen, die vor Gericht aussagten, hatten aber keine außergewöhnlichen Geräusche gehört.

Den Bogen überspannte der Angeklagte, als er sich zweimal hintereinander auf seine Nachbarin stürzte und sie zusammenschlug. Seitdem fühlte sich die Frau in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr sicher. Schließlich bedrohte er auch eine Blumenhändlerin. Er hörte Stimmen und Geräusche, Stimmen die Angst, Depression oder Stress ausdrückten - und ein Übergriff, weil sie die Pflanze, die er unbedingt haben wollte, nicht auftreiben konnte.