LUXEMBURG
INA JÄCKER

Am Dienstag fand der „Internationale Tag der Stimme“ statt, der seit 1999 jedes Jahr am 16. April stattfindet. Dieser soll die zentrale Rolle und Bedeutung der Stimme im Alltag hervorzuheben. Denn die Stimme kann durch eine Vielzahl an Faktoren beeinträchtigt werden oder gar verloren gehen, was für den Einzelnen massive Folgen hat. Hierzu die Orthophonistin Ina Jäcker.

„Zum einen gibt es funktionelle Stimmstörungen. Diese treten etwa durch falschen Stimmgebrauch auf, die Stimme also zu sehr belastet wird. Das vor allem bei Personen, die in einer lauten Umgebung arbeiten oder aus anderen Gründen sehr laut sprechen müssen und sich dadurch eine falsche Stimmgebung angewöhnen. Dadurch können sich auf den Stimmlippen Knötchen bilden, wodurch diese nicht mehr richtig schwingen.

Es kann aber auch sein, dass sich Tumore auf den Stimmlippen bilden oder chronische Krankheiten die irgendwann die Kraft der Stimmlippen beeinträchtigen. Etwa Morbus Parkinson, wo die Stimme schwächer wird, da die nötige Atemluft nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, wodurch die Stimmlippen nicht mehr richtig ins Schwingen geraten.

Hinzu kommen auch psychische Störungen, bei denen es nach einer gewissen Zeit zu einem Stimmverlust kommen kann. Etwa, wenn sie sehr labil sind oder eine schwere Depression haben und sich vielleicht deswegen auch nicht mehr zutrauen zu sprechen. Hinzu kommen die Folgen nach etwa einem Schlaganfall, wo die Stimmlippen gelähmt sein können. Oder auch traumatische Stimmstörungen, die durch einen Schlag auf den Kehlkopf entstehen. Die Liste an möglichen Auslösern oder Gründen ist aber noch länger.

Entsprechend vielfältig sind auch die Behandlungsmöglichkeiten und reichen von dem einfachen Schonen der Stimme über Operationen bis hin zur Kräftigung der Stimmlippen beziehungsweise der mit ihnen verbundenen Muskeln. Letzteres ist unter anderem auch bei älteren Personen der Fall. Denn spätestens im hohen Alter lässt die Stimme in den meisten Fällen merklich nach. Der Therapeut nutzt dann Muskelübungen, Atemübungen und mehr.

Da die Gründe für Stimmstörungen vielfältig sind und vor allem im Alter die Stimme nachlässt, ist ein großer Teil der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben mit Problemen der Stimme konfrontiert. Entsprechend ist es wichtig, dass man auf seine Stimme und auf mögliche Symptome achtet. Dies kann wiederholendes Räuspern, ein anhaltendes Kloßgefühl im Rachen sein oder auch wenn die Stimme immer wieder abbricht.

Und wenn die Stimme negativ beeinflusst ist, dann sind die Auswirkungen auf den Alltag enorm. Man muss sich nur mal vor Augen führen wie oft und in welchen Situationen man spricht. Wenn also die Stimme beeinträchtigt ist oder komplett wegfällt, ist das ein massives soziales Problem.“