WIESBADEN/LUXEMBURG
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Geht Europas Konjunktur die Puste aus?

Die deutsche Wirtschaft hält trotz Tempoverlustes die Konjunktur im Euroraum am Laufen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten europäischen Volkswirtschaft stieg getragen vom Außenhandel und dem Konsum im zweiten Quartal gegenüber dem Jahresbeginn um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt gestern in einer ersten Schätzung mitteilte. Die Unternehmen hielten mit sich allerdings mit Investitionen zurück, das bremste das Wachstum.

In der Eurozone wuchs das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum um 0,3 Prozent, nach einem Plus von 0,6 Prozent zum Jahresbeginn. Das Statistikamt Eurostat bestätigte gestern vorläufige Daten. Sorgen bereiten vor allem Italien und Frankreich, dort stagnierte die Wirtschaft. „Dabei wiegen die Konjunktursorgen mit Blick auf den längerfristigen Trend in Italien deutlich schwerer als in Frankreich, wo noch zu Jahresbeginn eine überraschend hohe Wachstumsrate zu verzeichnen war“, erklärte Stefan Kipar von der BayernLB.

Die höchsten Wachstumsraten im Euroraum wiesen im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Vierteljahr die Euroländer Slowakei (0,9 Prozent) sowie Spanien und Zypern (je 0,7 Prozent) aus. Die griechische Wirtschaft schwenkte auf Erholungskurs. Die Wirtschaft des Krisenlandes legt um 0,3 Prozent zu, nachdem sie zum Jahresbeginn noch leicht geschrumpft war. Im Vergleich zum Vorquartal stieg das saisonbereinigte BIP im zweiten Quartal 2016 im Euroraum um 0,3 Prozent und in der EU um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahres ist war das im zweiten Quartal ein Wachstum im Euroraum von 1,6 und in der EU28 um 1,8 Prozent.

Für Luxemburg liegen für das zweite Quartal noch keine Zahlen vor. Hier betrug das Wachstum im ersten Quartal 4,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015.

Die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2016 gilt unter Volkswirten als schwer prognostizierbar. Vor allem sind die wirtschaftlichen Folgen des Brexit-Votums noch kaum abzusehen. Erste Stimmungsumfragen unter Verbrauchern und Unternehmen deuten jedoch darauf hin, dass weniger das europäische Festland, sondern vielmehr Großbritannien die Folgen zu spüren bekommt. MM/DPA