CLAUDE KARGER

Das „t“ lieferte am Mittwoch eine hochinteressante Analyse über die rezenten Vorgänge im Finanzministerium, das die CSV stets als „zentrale Schaltstelle des Regierungsapparats“ führte. Dementsprechend „politisiert“ sei der Apparat gewesen, der essentiell für die Demonstration der angeblichen Finanzkompetenz der christsozialen Koryphäen. „Systematisch wurden jedes Jahr bei der Aufstellung des Staatshaushalts die zu erwartenden Einnahmen im Vorfeld runter und die Ausgaben im Gegenzug hochgerechnet“, so der Autor, „ein „storytelling, das seit Beginn der Finanzkrise nicht mehr aufrechtzuerhalten war“. Und dann noch das: „Der ehemalige Finanzminister wollte ein politisches Kabinett nach ausländischem Vorbild aufbauen, um sich den Rücken freizuhalten, auch in der Perspektive einer späteren Übernahme des Premierministerpostens“, heißt es ferner. Seit Oktober ist aus der Traum! Und der neue Finanzminister will kein Kabinett.

Offensichtlich ein Problem für einige Spitzenbeamte. „Sie wollten sich nicht dem Staat unterordnen und wählten den öffentlichen Weg einer kollektiven Demission“, so die Analyse, „ein Unterfangen, das dem Prinzip der verbrannten Erde nahekommt...“ Dass die Taktik noch niemandem was gebracht hat, ist bekannt.