LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Verurteilter im Escher Mordprozess will in Berufung mildere Strafe

Der Fall Jamek M. ist noch nicht abgeschlossen. Der Verurteilte Täter legte nun Berufung gegen das Urteil des Bezirksgericht Luxemburg vom 12. Juli 2018 ein. Er ficht die vom Bezirksgericht Luxemburg verkündete lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes an. Die Strafe sei zu hoch, teilte der Angeklagte am Dienstag mit.

Das Bezirksgericht Luxemburg hatte den heute 59-jährigen Angeklagten am 12. Juli 2018 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt.

Es sprach den Beschuldigten schuldig, seine Frau am 7. Januar 2015 in Esch/ Alzette mit sechs Schüssen, davon vier Kopfschüssen getötet zu haben.

Jamek M. hatte sich am 7. Januar 2015 längere Zeit im Hinterhof seiner Garage in Esch/Alzette versteckt und auf seine Ex-Frau gewartet. Als die Frau in die Garage fuhr, feuerte der Angreifer seine Waffe aus nächster Nähe ab. Vier Kugeln trafen die Frau in den Kopf. Den Ermittlern zufolge kamen die tödlichen Kugeln aus einer vollautomatischen Pistole aus tschechischer Herstellung.

Die Staatsanwaltschaft sprach von einer „regelrechten Hinrichtung.“ Der Täter habe unendliches Leid über seine Familie gebracht.

Im Prozess erklärte der Nebenkläger Maître Pierre Goerens, dass der Angeklagte bisweilen so getan habe, als seien die Ermordete, Familie, Söhne und Töchter irgendwie mit schuldig am Verbrechen.

Doch der Angeklagte hätte einen Hang zu lügen und sei eiskalt, sagte Maître Goerens. Die Frau hätte er vorsätzlich getötet. Die Amnesie-Behauptungen von M. wies der Nebenklagevertreter erneut als Manöver zurück. Das Urteil sei ein Dokument des Rechtsstaats. Goerens forderte vor dem Berufungsgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten.

Verminderte Schuld?

Der Mann argumentierte, dass er sich an gar nichts mehr erinnern könnte. Es sei eine Schande, dass er ihr das Leben genommen habe. Er habe kein Recht gehabt, ihr das Leben zu nehmen. Der Angeklagte bereue seine Tat zutiefst und wenn er es könnte, würde er alles machen, um die Frau ins Leben zurückzubringen. „Es tut mir so leid. Ich sage nicht, dass ich unschuldig bin.“ Der Verteidiger Roland Michel will Strafmilderung für seinen Mandanten. Außerdem bat Roland Michel das Gericht um eine psychiatrische Untersuchung für seinen Mandanten. Der Verteidiger ist der festen Überzeugung, dass sein Mandant während der Tat neben sich stand, also verwirrt war. Er beantragt eine Freiheitsstrafe von 15 bis 20 Jahren.

Der Staatsanwalt meinte, dass eine Strafmilderung gar nicht in Frage komme und diese sei vollumfänglich abzuweisen. Der Mann hätte seine Frau während dreißig Jahren regelmäßig tyrannisiert und geschlagen. Die beantragte psychiatrische Expertise der Verteidigung lehnt die Staatsanwaltschaft ab und beantragt lebenslange Haft.

Das Urteil fällt am 12. Februar 2019.