LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Vor den 45 Mitarbeitern des Wahlbüros für die CSL-Wahlen liegen eine Menge arbeitsreicher Tage

Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Im Arbeits- und Sozialversicherungsministerium am „Rousegäertchen“ stapeln sich die POST-Kisten. Darin die braunen Briefe mit den Wahlbulletins für die Arbeitnehmerkammerwahlen, deren Sortierung am Donnerstagnachmittag begonnen hat. Die letzten Wahlbulletins mussten übrigens bis zum 6. März verschickt sein. Bis gestern konnten Wähler, die keinen erhalten haben sich noch beim Wahlbüroleiter für die Arbeitnehmerkammerwahlen beschweren. „Geöffnet werden sie natürlich erst am 12.“, sagt Wahlbüroleiter Jos Faber zu den Wahlbriefen. Denn die Abgabefrist endet am 11. März um 18.00 (es gilt der Poststempel).

Der „Conseiller de direction 1ère classe“, der im Arbeitsministerium unter anderem für die Personalverwaltung, den „Fonds pour l‘emploi“ und die Grenzgängerpolitik zuständig ist, ist seit 30 Jahren mit Sozialwahlen beschäftigt. Ein Team von 45 Leuten hat ab Mitte Januar die Wahlzettel für den Versand vorbereitet. Am Donnerstag ging es zwischen 17.00 und 22.00 erstmal an die Sortierung der zurück gesandten Wahlbriefe. Nun geht es also bald ans Auszählen. Auf die Mitarbeiter wartet ein strammes Programm, die nächsten Wochenenden läuft die Auszählung auch Samstags zwischen 9.00 und 17.00 mit einer einstündigen Mittagspause und Sonntagsmorgens zwischen 9.00 und 12.00. Am 30. März um 17.00 ist dann Schluss. Dann spätestens wird ein Endresultat vorliegen, bis dahin soll es aber Zwischenresultate geben. „Die Gewerkschaften und die Arbeitnehmerkammer hätten natürlich gerne so schnell wie möglich Statistiken“, sagt Jos Faber, für den die Herausforderung von Sozialwahl zu Sozialwahl größer wird, gibt es doch immer mehr Arbeitnehmer in Luxemburg. Allein in der wählerstärksten Gruppe fünf (Dienstleistungssektor und nicht spezifisch genannte Betriebe) ist die Zahl der Wahlberechtigten zwischen 2008 und 2019 von 150.000 auf knapp 210.000 gestiegen. Irgendwann stoße man an personelle und räumliche Grenzen. Alternativen zur Auszählung per Hand wurden bereits vor rund 20 Jahren ausgetestet. Allerdings war die Fehlerquote bei den eingesetzten Scannern hoch, die aufgrund der technischen Fortschritte im Informatikbereich zudem bei der nächsten Sozialwahl obsolet waren.

Sicher gibt es auch bei der Auszählung per Hand - wobei die Daten natürlich informatisch erfasst werden - eine Fehlerquote. Allerdings schlägt dieses System IT-Lösungen bislang laut Faber noch deutlich im Preis/Leistungsverhältnis.