LUXEMBURG
CATHERINE NOYER

Wer sich zu einer Katze entschließt, sollte sich diese Frage stellen und ihr zum internationalen Katzentag ein Festmenü servieren

Der 8. August ist den Samtpfoten gewidmet. Dann dürfen unsere Stubentiger besonders verwöhnt werden – egal ob Rassekatze oder einfache Hauskatze. Katzenbesitzer brauchen zwar keinen besonderen Tag, um ihren haarigen Liebling zu verwöhnen, denn die Persönlichkeit ihres vierbeinigen Mitbewohners fordert nicht nur an diesem Tag ihren Tribut. „Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal“ ist hier kein flacher Spruch, denn wer sich auf eine Katze einlässt, wird schnell zur Überzeugung kommen, dass dem so ist.
Und hier gibt es keinen großen Unterschied zwischen Rasse- und Straßenkatze.
Die individuellen Stubentiger lieben ihre Unabhängigkeit und suchen die Menschennähe, wenn sie das Bedürfnis danach haben. Seien es Futtergründe oder die Lust auf menschliche Streicheleinheiten.
Wer eine Rassekatze besitzt, wird hier allerdings ein Veto einlegen, denn fast alle Rassen sind vom Menschen abhängig und können ohne ihn nicht leben.
Das weiß keine so gut Marie-France Pohl, Präsidentin des Lux-Cat-Club, der 1982 von ihrem Bruder gegründet wurde.
„Rassekatzen sind reine Wohnungskatzen und durch die Züchtung über mehrere Generationen vom Menschen abhängig. Diese Abhängigkeit ist bei einer Hauskatze nicht unbedingt gegeben, da deren Herkunft meist unbekannt ist. War der Vater beispielsweise ein Streuner, der sich nicht gerne anfassen ließ, so kann er diese Charaktereigenschaft auch an die Kitten weitergeben“, erläutert sie.
Da die Katzen aus einer guten Zucht wohl behütet aufwachsen und die Herkunft zurückverfolgt werden kann, sind die gewünschten Streicheleinheiten vorprogrammiert. „Entscheidet man sich zu einer Rassekatze – der Dachverband der FiFe hat 48 verschiedene Katzenrassen anerkannt – dann sollte man unbedingt einen seriösen Züchter wählen. Das familiäre Umfeld spielt eine Rolle und die ersten acht Wochen eines Katzenkinds sind entscheidend.  Sie bleiben zwölf Wochen in der Familie und lernen dort alle wichtigen Dinge für ihr späteres Leben – und für das Zusammenleben mit dem Menschen“, informiert Marie-France Pohl.

Rassekatzen haben ihren Preis

Selbst wenn eine Hauskatze die ersten Wochen in einer Familie verbringt, ist das keine Garantie dafür, ob sie später ein Schmusekätzchen oder eine unabhängige, eigenwillige Katze sein wird. „Ob sie als Wohnungskatze gehalten wird, oder ob sie unbedingt Freigang braucht, sind ebenfalls Kriterien, die  in Betracht gezogen werden müssen. Denn wenn man an einer Hauptstraße wohnt, sollte man auf den Freigang seiner Katze verzichten“, weiß die Präsidentin.
Schließlich stellt sich die Kostenfrage, ob man sich eine Rassekatze leisten kann oder ob man sich für ein Tier aus dem Tierheim oder von einer Tierschutzorganisation  entschließt. „Die Katzen im Tierheim sind geimpft und gechipt und finden gegen eine Schutzgebühr ein neues Zuhause. Eine Rassekatze dagegen hat ihren Preis. Daher sollte man auch bei günstigen Angeboten vorsichtig sein. Die Züchter des Lux-Cat-Club haben nur einen Wurf im Jahr und es kommt manchmal zu Wartezeiten“, erklärt Marie-France Pohl, die zuvor selbst Devon-Rex-Katzen züchtete.
Die meisten Katzenfreunde sind allerdings mit einer Hauskatze glücklich und freuen sich wenn sie Minka, Timmy, Mimi oder Charly nicht nur am 8. August verwöhnen dürfen.