LUXEMBURG
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Immer mehr Klärschlämme fallen an - Aber es gibt immer weniger Exportmöglichkeiten - Anfang 2021 sollen nachhaltige Lösungen für das Problem auf den Tisch kommen

Wohin mit den Klärschlämmen? Diese Frage wird immer wieder gestellt, vor allem, weil es immer schärfere Auflagen für die Verwendung dieser - überwiegend - organischen Reste aus dem Kläranlagenbetrieb gibt, die nicht mehr so leicht exportiert werden können.
Im Februar hat so Frankreich im Rahmen eines neuen Gesetzes zur Bekämpfung von Verschwendung und Förderung der Kreislaufwirtschaft beschlossen, ab dem kommenden 1. Januar den Import von Klärschlämmen aus dem Ausland zu verbieten.
Ein Umstand, der den DP-Abgeordneten Gusty Graas Anfang September zu einer parlamentarischen Frage an Umweltministerin Carole Dieschbourg befleißigte. Die Frage des Bettemburger Schöffen bewegte sich allerdings in einem besonderen Kontext, nämlich in dem des zwischenzeitlich abgeblasenen Projekts der Fage-Joghurtfabrik zwischen Bettemburg und Düdelingen.
Laut Graas hätte die Fabrik in ihrer eigenen Kläranlage rund 16.000 Tonnen Klärschlämme produziert. Ein enormes Volumen, das die nationalen Verwendungskapazitäten überlastet hätte, zumal sich noch eine Export-Möglichkeit verschließt.

9.000 Tonnen Trockenmasse

2018 generierten die 43 Kläranlagen im Land rund 9.000 Tonnen Trockenmasse aus den Klärschlämmen, wie der Antwort der Ministerin zu entnehmen ist. 
Davon wurden rund 2.000 Tonnen in der Landwirtschaft ausgebracht, 5.522 wurden kompostiert - 1.758 davon in Luxemburg, 2.981 in Frankreich und 783 anderswo.  1.561 Tonnen wurden derweil eingeäschert - 1.134 Tonnen in Luxemburg, 237 Tonnen in Deutschland und 189 Tonnen anderswo.
Rund 50 Gramm Trockenmasse aus Klärschlamm pro Tag und Einwohner fallen im Durchschnitt in Luxemburg an. Einem Land mit einer wachsenden Bevölkerung und mit immer mehr Kläranlagen. So steigt das Volumen der zu verwendenden Klärschlammmasse unentwegt an. Nicht seit gestern wird deshalb eine Strategie für den Umgang damit gefordert. Diese soll nun laut Umweltministerin Anfang 2021 vorliegen und „langfristige Lösungen für die Behandlung und die nachhaltige Valorisierung der  Klärschlämme“ auf nationalem Plan beinhalten.
Welche das sein könnten, darüber schweigt sich die Grünen-Politikerin allerdings aus. Fakt sei, dass die neue Regelung in Frankreich Auswirkungen auf die hiesigen Kläranlagen haben wird, bestätigt die Umweltministerin.
„Was die Privatunternehmen betrifft, müssen diese sich um die Behandlung ihrer Klärschlämme kümmern und auch Verwendungswege finden“. Die Betriebe müssen denn auch den Beweis erbringen, dass Behandlung und Verwendung nach allen Regeln der Kunst geschehen. Für sie gilt: jegliche Änderung im Abfallmanagement muss eine Aktualisierung des Präventions- und Müllwirtschaftsplans nach sich ziehen.