LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„The Lesson“ gewinnt den Grand Prix Orange des 5. Luxembourg City Film Festival

Das zweite Wochenende im Rahmen des 5. Luxembourg City Film Festival war noch einmal ziemlich anstrengend. Am Freitagabend feierte die Samsa Co-Produktion „Melody“ von Bernard Bellefroid seine luxemburgische Premiere im „Utopia“, und am Samstagmittag war eine Meisterklasse mit dem Szenenbildner Allan Starski angesagt, ehe mit der Preisvergabe im „Utopolis“ das Festival krönend abschließen sollte.

Von Wajda bis Polanski

Allan Starski erklärte anhand von Fotos und Skizzen, wie er seine Arbeit plante und ausführte. Am Anfang seiner Karriere erschuf er in seinem Heimatland Polen die Dekors für den Film „Die Schattenlinie“ von Andrzej Wajda. Interessant waren seine Ausführungen zu „Schindler’s List“ von Steven Spielberg, für den er ein ganzes Konzentrationslager nachbaute. Seine Leistung wurde 1994 mit einem Oscar belohnt. Fast unglaublich war seine Leistung für „The Pianist“ von Roman Polanski. Hier wurde ein ganzer Straßenblock abgerissen, um das zerstörte Warschau darzustellen.

Und die Gewinner sind …

Am Abend war die Abschlussveranstaltung mit der Preisvergabe und der luxemburgischen Premiere von „Baby(a)lone“ von Donato Rotunno im „Utopolis“. Der Abend wurde von der Schauspielerin Leila Schaus moderiert. Nach einer Ansprache von Premierminister Xavier Bettel, wurde der erste Preis von der Jury der „Association Luxembourgeoise de la Presse Cinématographique“ an „Tri Dritare dhe një Varje“ (Three Windows and a Hanging) vergeben, eine Auszeichnung, welche der Regisseur Isa Qosja selbst in Empfang nahm. „Taxi“ von Jafar Panahi wurde mit dem Orange-Publikumspreis ausgezeichnet. Der Lieblingsfilm der Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren war „Secrets of War“ von Dennis Bots. Die Jury Jeune vergab ihren Preis an eine luxemburgische Co-Produktion, den Animationsfilm „Extraordinary Tales“ von Raul Garcia. Willy Perelsztejn aus der Dokumentarfilm-Jury überreichte den Preis BGL BNP PARIBAS des besten Dokumentarfilms an den Regisseur Alexander Nanau für seinen „Toto si surorile lui“ (Toto and His Sisters). Mit dem Grand Prix Orange wurde der beste Film des Festivals, „Urok“ (The Lesson) von Kristina Grozeva und Petar Valchanov, von der internationalen Jury, in der Louise Monot, Stéphane Bern, Désirée Nosbusch, Saïd Taghmaoui, Eithne O’Neill und Morteza Farshbaf tagten, ausgezeichnet.

Literaturverfilmung als Abschlussfilm

„Baby(a)lone“ von Donato Rotunno basiert auf dem Roman „Amok“ von Tullio Forgiarini. Obschon Rotunno seine eigene Produktionsfirma, Tarantula, besitzt, produzierte Nicolas Steil (Iris Prductions) den Film, und er wurde als Regisseur engagiert. Der Film erzählt die wilde Geschichte zweier Rebellen, ein Junge ohne Namen (Joshua Defays) und Shirley (Charlotte Elsen), die wegen ihrer Hemmungslosigkeit und Brutalität gegenüber dem Lehrpersonal und ihren Mitschüler, in einer Sonderklasse landen. Schließlich wollen beide einen Tag im Park Walygator verbringen.

Bei einer anschließenden Rezeption wurde noch viel über Kino und das Festival geredet, ehe man sich Rendez-vous für die sechste Ausgabe vom 25. Februar bis 6. März 2016 gab.