LUXEMBURG
CAROLINE REINIG

Auf dem Roller durch Luxemburg: Sébastien Cayotte sammelt für „Kriibskrank Kanner“

Der junge Student Sébastien Cayotte (21) hilft krebskranken Kindern, indem er für die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ mit den unglaublichsten Transportmitteln durch die verschiedensten Teile Europas reist. Sein neustes Projekt war es, mit einem Roller quer durch ganz Luxemburg zu fahren. Für die ungewöhnliche Entdeckungsreise brauchte er neun Tage. Im Interview schildert er seine Erfahrungen.

Schon im Sommer 2015 bist Du für die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ mit dem Fahrrad von Luxemburg aus bis nach Paris gefahren. Woher kommt Deine Motivation?

Sébastien Cayotte Ja, das stimmt. Das war meine erste Herausforderung. Bei der zweiten bin ich, ebenfalls von Luxemburg aus, mit dem Rad bis nach Amsterdam gefahren. Das war dieses Jahr im April. Das Problem nach Amsterdam war, dass wir nur 950 Euro für die Fondatioun gesammelt haben, wobei wir 2.800 Euro bei Paris zusammenbekommen haben.

Was war der Grund für diese große Differenz?

Cayotte Die Aktion war einfach nichts Neues mehr. Für die Leute war es weniger neu und dadurch weniger interessant. Jedoch wollte ich nicht aufgeben. Ich suchte also nach etwas Neuerem, etwas Interessanterem, etwas, wobei die Menschen auch mitmachen könnten. Also beschloss ich, mein nächstes Projekt innerhalb von Luxemburg auszuführen. Ich hatte schlussendlich vor mit dem Roller quer durch Luxemburg zu fahren.

Woher kam diese Idee? Gab es sie schon einmal vor der Reise nach Amsterdam?

Cayotte Die Idee stammt aus einer Geschichte mit einem französischen Freund, den ich aus einer Ferienkolonie kenne, lange vor Amsterdam. Ich hatte ihm damals erzählt, dass ich in Luxemburg wohne würde. Daraufhin witzelte er, ob das so ein Land wäre, wo man nicht sagt, dass man einmal eine Runde um den Block dreht, sondern, dass man eine Runde um Luxemburg selbst dreht. An diesem Abend hatten wir viel über seinen Witz gelacht. Und am selben Abend noch versicherte ich ihm, dass ich es irgendwann in die Tat umsetzen würde.

Also wurde aus einem Witz eine gute Tat. Hast Du Deine Reise vor der Abfahrt geplant oder bist Du spontan drauflos gefahren?

Cayotte Ich hatte gar keinen genauen Plan. Ich hatte nur eine Liste von Leuten bei mir, die mir über meine Facebook-Seite „Challenging for Smiles“ einen Campingplatz in ihrem Garten angeboten hatten. Ich hatte auch noch eine Landkarte, auf der alle Fahrradwege eingezeichnet waren, dabei. Da es nicht ideal ist mit einem Roller auf einer Landstraße zu fahren, hatte ich beschlossen, nur Fahrradwege zu wählen. Leider war es manchmal unvermeidlich ein Stück Landstraße fahren zu müssen, um ans Ziel zu gelangen.

In punkto Versicherung, wer wäre dafür aufkommen, wenn Dir etwas zugestoßen wäre?

Cayotte (lacht) Das ist eine ganz gute Frage. Daran hatte ich überhaupt nicht gedacht, wäre etwas geschehen, hätte ich schon einen Weg gefunden, mich aus der Lage zu befreien. Ich habe nicht mit einem Unfall gerechnet, ich blieb die ganze Reise über optimistisch.

Was war das Schönste für Dich an der Reise?

Cayotte An einem Tag war ich in Strassen, wo kleine Kinder der Fondatioun auf mich gewartet haben. Es war mir wichtig, dass die Kinder sich mit der Challenge identifizieren, auch wenn die Kleinen noch nicht ganz verstehen konnten, wieso ich für sie mit einem Roller durch Luxemburg fahre. Es geht mir viel mehr darum, dass sie merken, dass ich für sie da bin und, dass sie Spaß an dem Projekt haben. An einem anderen Tag bin ich mit Jugendlichen der Fondatioun von Ingeldorf bis nach Diekirch gefahren. Aus Dankbarkeit, dass ich das Projekt für sie mache, hatten die Kinder mir ein T-Shirt geschenkt. Das habe ich den ganzen Rest der Reise bei mir getragen.

Hatte die Aktion im Endeffekt finanziell nun einen größeren Erfolg als Amsterdam, oder war es wieder ein Reinfall?

Cayotte Das ist eine ganz gute Frage, die ich nicht zu beantworten weiß. Bis jetzt ist es noch immer möglich, zu spenden.

Weitere Informationen und Details zum Spenden auf www.facebook.com/challengingforsmiles