LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Crawl“ ist wohl spannend, aber wenig originell

Der französische Regisseur Alexandre Aja ist der Sohn von Filmregisseur Alexandre Arcady („Le Grand Pardon“) und der Filmkritikerin Marie-Jo Jouan. Er hat sich auf Thriller und Gruselfilme spezialisiert und konnte mit den Remakes von „The Hills Have Eyes“ (2006) und „Into the Mirror“, aus dem „Mirrors“ (2008) wurde, überzeugen. Sein neuster Film „Crawl“ wurde in Serbien gedreht, ist aber eine amerikanische Produktion. Der Titel bezieht sich auf den Schwimmstil Kraul und die Art und Weise, wie Alligatoren kriechen.

Gefangen im Keller

Haley Keller (Kaya Scodelario) ist eine talentierte Schwimmerin. Dennoch vermasselt sie eine Qualifikation in der Schwimmmeisterschaft. Ihre Schwester Beth (Morfydd Clark) macht sie telefonisch darauf aufmerksam, dass ihr Vater Dave (Barry Pepper) seit Stunden nicht erreichbar ist. Haley macht sich auf den Weg, um nach ihm zu sehen. Ein Hurrikan der stärksten Kategorie hat die Küste Floridas erreicht, sodass viele Bewohner evakuiert werden müssen.

Haley findet im Haus ihres Vaters den Hund Sugar. Mit ihm schlägt sie sich zu ihrem alten Elternhaus durch und findet ihren Vater schwer verletzt im Keller. Er wurde von einem Alligator angegriffen. Sie kann ihn gerade noch in Sicherheit bringen, bevor sie ebenfalls attackiert wird. Das Wasser steigt langsam, aber sicher im Untergeschoss, aus dem das Entkommen immer schwieriger wird, da ein zweiter Alligator als Verstärkung angerückt ist. Und das Handy von Haley hat die dicke Echse zertreten. Regisseur Aja versteht es mit einfachen Mitteln, Spannung aufzubauen und sogar die Zuschauer zu erschrecken. Eine ausgefeilte Tricktechnik hilft ihm dabei, die Alligatoren echt und böse aussehen zu lassen.

Kaum originelle Ideen

Die Geschichte wird durch Rückblenden unterbrochen, als Haley noch jünger war - Tina Pribicevic spielt sie in diesen Szenen - und von ihrem Vater trainiert wurde. Diese Intermezzos sollen zeigen, dass Haley sich und ihren Vater durch ihr Schwimmtalent retten könnte. Wirklich originelle Ideen fehlen allerdings in dieser allzu konventionellen Geschichte, die man nicht in die Kategorie Gruselfilm abtun kann.

Kaya Scodelario ist aus der „The Maze Runner“-Trilogie bekannt und spielt ihre Rolle mit der nötigen Überzeugung. Barry Pepper spielte ebenfalls in den zwei letzten Teilen dieses Dreiteilers mit, wie auch in unter anderem „We Were Soldiers“, „The Green Mile“ oder „Flags of Our Fathers“.