LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Emma Dante verfilmte ihren Roman „Via Castellana Bandiera“

Im Jahre 2013 gewann Emma Dante mit ihrem Erstlingsfilm „Via Castellana Bandiera“, nach ihrem gleichnamigen Roman, etliche Preise beim Filmfestival in Venedig, u. a. wurde die 83jährige Schauspielerin Elena Cotta mit der „Coppa Volpi“ als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Im Recht sein oder nicht …

Es ist heiß in Palermo. Am Strand macht sich die Familie vom Witwer Saro Calafiore (Renato Malfatti) auf die Rückfahrt nach Hause. Seine betagte Schwiegermutter Samira (Elena Cotta) lenkt das Auto. Zur selben Zeit sind Rosa (Emma Dante) und Clara (Alba Rohrwacher) in ihrer sizilianischen Heimatstadt unterwegs. Durch die vielen Verkehrsbehinderungen und -änderungen schlängeln sie sich plötzlich durch eine enge Gasse, wo ihnen das Auto der Calafiores entgegen kommt. Da die Straße, die Via Castellana Bandiera, zu eng ist, dass beide Autos aneinander vorbeifahren können, muss eine der beiden Frauen zurücksetzen. Da die Calafiores nur noch 50 Meter von Zuhause weg sind, fühlen sie sich im Recht, und Saro befiehlt seiner Schwiegermutter stehen zu bleiben. Aber auch Rosa bleibt stur. Als noch andere Autos durch die Gasse fahren wollen, kommt es zum Aufstand, der mit einem Blutvergießen endet. Es werden sogar Wetten abgeschlossen, welche Frau am längsten durchhalten wird. Die Nacht naht und beide Frauen harren hinter den Steuerrädern aus, während die Anwohner schlafen.

Duell zweier ungleicher Frauen

Samira verweigert sogar einen Teller Pasta, den sie über eine angrenzende Mauer schmeißt. Rosa macht es ihr nach. Die alte Frau pinkelt im Stehen, nur um ihre Hartnäckigkeit zu demonstrieren, was Rosa ihr prompt im Sitzen nachmacht. Die Nachbarn warnen sogar Rosa, einfach zurückzufahren, denn Saro sei kein umgänglicher Kerl.

Sieht sich das Duell der beiden ungleichen Frauen am Anfang eher lustig an, verliert es aber schnell an Interesse, weil Emma Dante keine wirkliche Ursachenforschung betreibt und der Geschichte schnell die Ideen ausgehen, die höchstens für einen Kurzfilm gereicht hätten. So wird die Zeit zum abendfüllenden Spielfilm mit vielen nichts sagenden Bildern der Frauen am Steuer und der Gaffenden aufgefüllt, wie auch noch mit einer Szene, wo Clara mit dem Teenie Nicolò (Dario Casarolo) Essen holen geht, die symbolisch für das Miteinander-Auskommen steht. So bleibt am Ende eine Art Fabel auf Konfliktsituationen, bei denen immer jemand auf der Strecke bleibt, weil ein anderer nicht nachgeben will.