LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Lehrergewerkschaften strikt gegen Erhöhung des Arbeitspensums

Im Bildungsbereich rumort es gewaltig. Die Lehrer- und
„Proffen“-Gewerkschaften sind auf Kriegsfuß. Grund dafür sind die von Unterrichtsminister Claude Meisch und dem Minister für den öffentlichen Dienst Dan Kersch in Aussicht gestellten Änderungen, dies im Zuge der Sparanstrengungen der Regierung. Es sollen weniger Lehrer eingestellt werden, dafür aber mehr Arbeitsstunden geleistet werden. Im Gegenzug soll dafür das Bewertungssystem vereinfacht werden. Dagegen laufen die zuständigen Gewerkschaften nun Sturm.

Angekündigte Maßnahmen sind nicht hinnehmbar

„Nein zu einer erneuten Erhöhung des Arbeitspensums der Lehrer“, sagt die Lehrergewerkschaft SEW/OGBL. Statt das „absurde Projekt“ - individuelle Bewertung der Lehrkräfte - ihrer Vorgänger aufzugeben, hätten die beiden Minister nun eine kollektive Bewertung vorgeschlagen. „Pas plus soutenable que l‘évaluation individuelle“, lautet die Antwort der Gewerkschaftler. Als Gegenleistung dazu zu erwarten, dass die Lehrer mehr Stunden leisten, um Kosten zu sparen - eine Erhöhung des Arbeitspensums gab es bereits 2007 im Sekundarunterricht und 2009 in der Grundschule -, sei nicht hinnehmbar. Diskussionen mit den zuständigen Ministern verschließe man sich indes nicht. Es dürfe jedoch nicht ausschließlich darum gehen, die Lehrerschaft bürokratische Aufgaben übernehmen zu lassen, nur um die Staatsausgaben zu senken.

Nicht anders reagiert die APESS (Association des professeurs de l’enseignement secondaire et supérieure), die von einer „attaque frontale“ der beiden genannten Minister spricht. Während einer Unterredung waren die „décharges pour ancienneté“, also die altersbedingten Freistunden, in Frage gestellt worden, bzw. sollen sie reduziert werden. „Die Abkommen aus dem Jahr 2007 sind nicht verhandelbar“, sagt die APESS. Dies umso mehr, da die „Proffen“-Laufbahn noch immer nicht an die neuen Anforderungen des Master (Bac+5) angepasst worden wäre. „En essayant de mettre une nouvelle fois la main basse sur nos tâches, le Gouvernement vient de franchir une ligne rouge“, heißt es von Seiten der APESS.

Der zuständige Minister Claude Meisch wurde in den vergangenen Tagen jedoch nicht müde, darauf hinzuweisen, dass sich die Realitäten verändert hätten. Im Sinne der Bemühungen der Regierung, in allen Bereichen Kosten einzusparen, könne auch der Bildungssektor nicht ausgeklammert werden.