PASCAL STEINWACHS

Die Welt ist aber auch so was von ungerecht. So haben die Frauen hierzulande anscheinend schon seit 1919 die Befugnis, selbst auch Kreuzchen machen zu dürfen, aber im Hohen Parlamentarierhaus sind nichtsdestotrotz immer noch erst ein Drittel fraulichen Geschlechts. Für Frauenratsvorsitzendin Claude Wolf (nicht zu verwechseln mit Romain Wolff) eine famose Enttäuschung, aber „vielleicht fehlt es auch ein bisschen an Solidarität zwischen den Frauen“, wie Wolf gestern in einem „Tageblatt“-Gespräch feststellt, um dann zur unmissverständlichen Schlusskonklusion zu kommen: „Wenn alle Frauen auch Frauen wählen würden, säßen mehr im Parlament“. Wir tippen da mal, dass das Ganze mit der typisch weiblichen Stutenbissigkeit zusammenhängt.

Frauenmangel herrscht aber nicht nur auf Krautmarkt, sondern auch in den Kommunen dieses Landes; sogar unter den fünf gestern vom „Wort“ porträtierten Jungbürgermeistern befindet sich nur eine Frau, die in diesem Fall sogar fast noch ein Mädchen ist. Dass Christine Schweich („eine ‘gesunde Naivität’ ist ihr wichtig“) jetzt ist, wo sie ist, ist dann auch nur darauf zurückzuführen, dass Dan Kersch inzwischen nicht mehr ist, wo er lange war. So was nennt sich dann wohl Glück...