ESCH/ALZETTE
GAST SPECK

Stadtrat Esch/Alzette diskutiert kommunale Stromversorgung

Eingangs der gestrigen Sitzung des Escher Stadtrates nahm Bürgermeisterin Lydia Mutsch (LSAP) eine Bestandsaufnahme der gemeindeeigenen, vom Energielieferanten „Sudstroum“ gepachteten, Stromfirma vor.

Vor nun bereits viereinhalb Jahren sei mit der Verwaltungsübernahme der Escher Kundschaft die operative Phase der Gesellschaft „Sudstroum“ eingeläutet worden, so die Rednerin. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten stehe der Stromlieferant heute auf festen Füssen, eine Gegebenheit, die in erster Linie auf das von den Angestellten der Escher Regiebetriebe eingebrachte Knowhow zurückzuführen sei.

Stromversorgung absichern

Darüber hinaus sei ein Team von elf Mitarbeitern im Bereich der Verwaltung ausgebildet worden, um einen bestmöglichen Kundendienst zu gewährleisten. „Sudstroum“ habe es trotz des starken Konkurrenzumfeldes geschafft, seinen Kundenstamm zu halten und ungeachtet seiner günstigen Preispolitik Gewinne einzufahren.

Zudem war von Lydia Mutsch zu erfahren, dass es dem Energielieferanten gelungen sei, die verkaufte Strommenge von 119 GWh im Jahre 2008 auf 174 GWh im Jahr 2013 auszubauen. Man habe mehr Haushaltskunden aus fremden Netzen gewonnen, als Kunden aus dem eigenen Netz an andere Anbieter verloren.

Demzufolge konnte „Sudstroum“ für das Jahr 2013 seine Preise bei den Haushaltskunden von 6,80 auf 6,59 ct/kWh und bei den Gewerbekunden von 7,65 auf 7,42 ct/kWh senken. Das Netz soll zügig ausgebaut und erneuert werden, damit im Herbst, wenn „Uni-Lëtzebuerg“ auf Belval seine Pforten öffnet, die Stromversorgung gesichert ist.

Niedrige Börsenpreise

Im sozialen Bereich wird „Sudstroum“ seiner Aufgabe dank einer engen Kooperation mit dem Sozialamt ebenfalls gerecht, sei dies bei der Entlohnung des Personals oder bei der Unterstützung von minderbemittelten Mitbürgern.

Schöffe Muck Huss (déi gréng) wies darauf hin, dass die Gemeinde als Netzbesitzer unmittelbar von den Investitionen, die „Sudstroum“ in Erhaltung und Erneuerung des Stromnetzes tätigt, betroffen ist. Allein die Kosten für die Fertigstellung des Verteilerpostens in Ehleringen im Jahr 2015 werden mit weiteren 7,4 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Bei der derzeitigen recht zufriedenstellenden Einkaufspolitik - für das Jahr 2014 konnte bereits die Hälfte der benötigten Strommenge zu niedrigen Börsenpreisen erworben werden - geht der Schöffe von einer Stabilisierung der Gewinne bis hin ins Jahr 2015 aus.

Beste Qualität

Darüber hinaus versuche „Sudstroum“ die Qualität des Angebotes ständig zu verbessern. Deshalb habe man sich der Absicht, die Produktion mittels Windkraftanlagen zu steigern und den Bau neuer Anlagen zu fördern.

In der Tat begnüge man sich nicht damit, ausschließlich ökologische Energie zu verkaufen, sondern man möchte selbst Hand mit anlegen und ökologische Stromerzeugungsanlagen auf dem Territorium der Escher Gemeinde errichten.

Am 23. März 2013, so Muck Huss, werde „Sudstroum“ am „Earth Hour“ teilnehmen. Für ein umweltbewusstes Unternehmen sei es von großer Wichtigkeit, auf Energieeffizienz hinzuweisen und allen unnötigen Verschwendungen entgegenzuwirken.

Den dann folgenden Diskussionen war zu entnehmen, dass alle im Rat vertretenen Fraktionen (Rat Pim Knaff von der DP fehlte entschuldigt) sich den positiven und konstruktiven Absichten von „Sudstroum“ anschlossen.