LUXEMBURG
JSF

Der Chef der Finanzmarktaufsicht CSSF, Claude Marx, soll laut Süddeutscher Zeitung tiefer in Offshore-Geschäfte verwickelt gewesen sein, als bislang bekannt - als langjähriger Geschäftspartner von Mossack Fonseca, der panamaischen Kanzlei im Zentrum der Affäre um die „Panama Papers“.

Marx kam nach eigenen Angaben 1994 zur luxemburgischen Filiale der HSBC - einer Bank, die wiederholt in Affären um Schwarzkonten und Steuerhinterziehung verwickelt war. Marx selbst hatte nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und des Norddeutschen Rundfunks zwischen 1996 und 2010 regelmäßigen Kontakt mit Mossack Fonseca. Aus zahlreichen E-Mails, die in den Panama Papers zu finden sind, ist ersichtlich, so die Zeitung, wie sich Marx um den Kauf, den Unterhalt, die Bezahlung und die Abwicklung von Offshore-Firmen für Kunden der HSBC Luxemburg kümmert. Marx habe sich zudem in den E-Mails auch um Gesetzesänderungen in Steueroasen und deren Folgen gesorgt.

Marx: „Völlig falsch“

Claude Marx selber äußerte sich am Mittwoch zu den Vorwürfen wie folgt: „Jede Behauptung, dass ich je Verwaltungsratsmitglied oder Teilhaber von einer durch Mossack Fonseca gegründeten oder verwalteten Gesellschaft gewesen wäre, ist völlig falsch und entbehrt jeglicher Grundlage. Meine Beziehung zu Mossack Fonseca war ausschließlich beruflicher Natur und marktüblich. Ich handelte nie in einer persönlichen Funktion, sondern ausschließlich als ein Zeichnungsberechtigter der HSBC. Dies wird unterstrichen durch die Tatsache, dass seit die Panama Papers erstmalig zugänglich wurden, die gesamte Datenbank von Personen, die entweder Verwaltungsratsmitglieder oder Gesellschafter in diesen Gesellschaften waren, veröffentlicht wurde: Mein Name erscheint nirgendwo auf diesen Listen. In meiner Rolle als Angestellter der HSBC Private Bank in Luxemburg war es eine meiner Aufgaben lediglich als Mittler für Kunden tätig zu sein welche ausdrücklich eine Gesellschaft von einer Treuhandgesellschaft kaufen wollten, letztere jedoch nicht direkt mit individuellen Kunden Geschäfte abwickelte.

Seit ich Generaldirektor der CSSF geworden bin, hat die Regulierungsbehörde eine gründliche Untersuchung über den Gebrauch nicht-luxemburgischer Strukturen innerhalb der Luxemburger Banken eingeleitet. Die CSSF handelt vollkommen unparteiisch gegenüber allen Banken und weist gegenteilige Behauptungen als böswillig entschieden zurück. Ich unterstütze vollkommen die Schritte, welche die luxemburgische Regierung über die letzten Jahre unternommen hat um die Steuertransparenz innerhalb des Finanzsektors zu verbessern. Während meiner Laufbahn habe ich mich immer für solche Maßnahmen, in verschiedenen Rollen innerhalb der Finanzindustrie, eingesetzt.“