PASCAL STEINWACHS

Das sind doch mal gute Nachrichten in diesen desaströsen Zeiten, will die katholische Kirche doch jetzt allen gläubigen Corona-Infizierten die Sünden erlassen – allerdings müssen sie zuvor einige Bedingungen erfüllen. So müssen die Betroffenen nach einem von einem vatikanischen Gericht veröffentlichten Erlass unter anderem an digitalen Andachten teilnehmen, um ihren „Geist völlig von der Sünde gelöst“ zu haben. Auch die Bibellektüre könne Sünden streichen, wenn sie „mindestens eine halbe Stunde“ umfasst. Super! Da sind wir aber beruhigt.

Im Kreuzfeuer der kirchlichen Kritik steht hingegen Kardinal Jean-Claude Hollerich, glaubt dieser doch möglicherweise nicht an Wunder, wie sich dieser Tage das „Magazin für Kirche und Kuktur“, „Katholisches“, echauffierte, nachdem es das „Wort“ gelesen hatte, in dem Hollerich die Gläubigen zwar zum Gebet aufruft, aber keinesfalls zu Prozessionen, denn: „Die einzigen, die sich über Prozessionen freuen, sind die Viren“. Das Fazit von „Katholisches“ über Hollerich ist dann auch glasklar: „Der horizontalen Sicht des Kardinals scheint die vertikale Perspektive zu fehlen“. Einen Job bei der „Katholisches“ kann sich der Luxemburger Oberhirte jedenfalls jetzt abschminken...