LUXEMBURG
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Unerlaubter Handel: Wenn Hundewelpen aus dem Kofferraum heraus zum Kauf angeboten werden

Im Saarland werden derzeit wieder vermehrt illegal eingeführte Hundewelpen zum Kauf angeboten. Diese Welpen sind in der Regel zu früh von der Mutter getrennt worden und anschließend ohne Tollwutschutzimpfung illegal nach Deutschland verbracht worden, warnt der für Tierschutz zuständige saarländische Minister Reinhold Jost in einer Pressemitteilung. Meist seien es Rassehunde, die zu ungewöhnlich günstigen Preisen verkauft werden sollen. „Den Welpen fehlen wichtige tierärztliche Untersuchungen und Behandlungen, etwa Impfungen und Entwurmungen, nicht wenige entwickeln Krankheiten“, so Jost. Durch den Kauf solcher Welpen werde der tierschutzwidrige Umgang mit Hunden unterstützt und gleichzeitig der illegale Tierhandel aufrechterhalten, heißt es aus dem Ministerium.

Keine Angaben der Herkunft?Dann ist Vorsicht angesagt

„Vorsicht ist stets angebracht, wenn Welpen angeboten werden, bei denen die Angaben zur Herkunft oder zum Muttertier nicht überprüfbar sind“, so Jost. Generell unseriös sei jeglicher Straßenverkauf von Hunden.

Der Minister rät: „Wer ein Tier bei sich aufnehmen will, sollte sich lieber an die örtlichen Tierheime wenden. Hier warten genug Hunde und Katzen auf ein neues Zuhause. Diese Vierbeiner sind nicht nur ordnungsgemäß geimpft und entwurmt, sondern oft auch schon kastriert. Für die frischgebackenen Hundebesitzer gibt es zudem Hilfe bei der Erziehung.“

Legal nach Deutschland eingeführte Hunde
müssen mindestens 15 Wochen alt sein und von einem blauen EU-Heimtierausweis mit eingetragener Tollwutimpfung und Mikrochip-Kennzeichnung begleitet werden.

Wie stellt sich die Situation in Luxemburg aktuell dar? Vor geraumer Zeit wurde ein solcher Welpenhändler im Großherzogtum wegen illegalen Welpenhandels in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von neun Monaten sowie einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Die Haftstrafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt. Unter anderem die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ lobte damals das Urteil als deutliches Signal gegen den illegalen Welpenhandel, denn jedes Jahr würden in Osteuropa tausende Welpen unter schlimmsten Bedingungen produziert, wie es offiziell von der Organisation hieß.

Die Tierschutzorganisation engagiert sich daher mit einer internationalen Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel und fordert eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde. Aktuell, so heißt es auch von Seiten der „Ligue Nationale pour la Protection des Animaux“, sei eine vergleichbare Situation wie in Saarbrücken in Luxemburg nicht bekannt, von Fällen von illegalem Welpenhandel habe die Tierschutzliga keine Kenntnis Doch es gilt: Tiere, die aus dem Ausland ohne Europäischen Impfpass und gültige Tollwutimpfung nach Luxemburg gebracht wurden, sind illegal importiert.