LUXEMBURG
MADY LUTGEN

Auf einen Kaffee mit Cathy Goedert

Es ist 11.3o. An der Theke der Feinbäckerei Cathy Goedert stehen zahlreiche Kunden, die Gäste haben Hunger. Kein Wunder bei den Leckereien, meine Blicke können sich nicht von den „Boxemännercher“ trennen. Die 27-jährige Geschäftsführerin kommt die Treppe herunter und lächelt mich an. „Die ist ja super sympathisch“, denke ich und fange auch sofort an, ihr Löcher in den Bauch zu fragen.

Wie kamst Du auf die außergewöhnliche Idee Bäckerin zu werden?

Cathy Goedert Ich habe als Kind schon immer davon geträumt, meine eigene Bäckerei zu besitzen. Vor zwei Jahren bot sich mir die Chance, und ich habe sie ergriffen.

Wie hast Du dieses Handwerk erlernt?

Goedert Nach dem Abitur besuchte ich verschiedene Schulen und erlernte das Praktische in diversen gehobenen „Patisserien“. Ich wollte immer mein eigener Chef sein. Vor einem guten Jahr war dieses Lokal frei, als ich es mir anschaute, wusste ich genau, wo was hinkommen würde. Ich fühlte, dass das genau das Richtige ist.

Hattest Du keine Angst vor dem großen Schritt in die Selbstständigkeit, verbunden mit Risiken?

Goedert Nein, ich wusste genau, was ich will. Angst durfte ich nicht aufkommen lassen, ich musste ja die Leute um mich herum überzeugen. Außerdem wusste ich, dass mein Konzept funktionieren wird, ich habe keinen Moment daran gezweifelt.

Was rätst Du jungen Menschen, die auch diesen Weg einschlagen wollen?

Goedert Für mich ist mein Beruf meine Passion und das sollte man mitbringen, wenn man diesen Beruf wählt. Man muss hart arbeiten, an sich glauben, ein gutes Team um sich herum aufbauen, wissen, was man will und sich nicht vom Weg abbringen lassen. Leute, die schlecht über einen reden, sollte man einfach ignorieren.

Hast Du alles richtig gemacht?

Goedert Ich würde, wenn ich jetzt noch einmal die Entscheidung treffen müsste, erst mit 30 etwas selbst aufmachen, da ich noch gerne gereist wäre. Aber das kann ich ja in ein paar Jahren wieder tun.

Du bist noch jung, kannst Du noch ausgehen?

Goedert Naja schwer, ich muss normalerweise um 06.00 in der Backstube stehen, und gerade samstags und sonntags ist immer viel los. Aber ich versuche, es manchmal zu organisieren, um nicht die Spielverderberin zu sein.

Wie sieht dein Alltag aus?

Goedert Mein Tag fängt um 06.00 morgens in der Backstube an. Am Anfang startete ich um 02.00, aber das schafft man auf Dauer nicht. Ich arbeite in der Produktion mit meinem „Chef-Patissier“ zusammen. Wenn einer krank wird, ersetze ich ihn im Service, in der Küche oder wo auch immer. Zu tun gibt es immer etwas. Abends schließe ich die Tür ab, und dann geht es zum Sport. Ich treibe gerne Sport, das hilft mir, einen klaren Kopf zu bewahren. Den brauche ich.

Was sind Deine Zukunftspläne?

Goedert Ein neuer Laden. Mehr verrate ich noch nicht (lacht).


www.cathygoedert.lu