LUXEMBURG
SÉBASTIEN HAY

Im Jahr 2003 hat die Weltgesundheitsorganisation erstmals den 10. September als Welttag der Suizidprävention ausgerufen, dies, um auf ein Phänomen aufmerksam zu machen, das zu den größten Gesundheitsproblemen weltweit zählt. Jährlich nehmen sich nämlich schätzungsweise 800.000 Menschen das Leben, was einem Suizid alle 40 Sekunden entspricht. Die Zahl der Selbstmordversuche liegt laut Experten allerdings bis um das 20-Fache höher. Dazu kommen die unerkannten Suizide, wie zum Beispiel unklare Verkehrsunfälle oder Essensverweigerung in Altersheimen.

„In Luxemburg nehmen sich jährlich durchschnittlich 75 Menschen das Leben, wobei 2017 ein besonders schlimmes Jahr war und 81 Suizide zu verzeichnen waren. Selbstmordversuche gibt es hierzulande im Durchschnitt in etwa 1.500 pro Jahr: Das sind vier täglich! Der Welttag der Suizidprävention ist deshalb ein wichtiger Tag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit, handelt es sich hierbei doch immer noch um ein Tabuthema. Es fällt vielen Notleidenden und Angehörigen weiterhin schwer, über Suizid zu sprechen und psychologische Hilfe zu suchen, wobei Zuhören aber enorm wichtig ist. Auch wissen viele Leute nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen und fürchten sich davor, etwas Falsches zu sagen. Suizid macht Angst, was ja auch normal ist.

So finden sich viele Suizidgefährdete allein mit ihren Gedanken und Sorgen wieder, fühlen sich schlussendlich hilflos und schämen sich sogar, und dies ohne die Möglichkeit, einen Ausweg zu finden. Sensibilisierungsaktionen können indes dazu beitragen, mehr Verständnis zu schaffen und Berührungsängste zu reduzieren. Internationale Tage wie der Welttag der Suizidprävention zeigen auch den Angehörigen auf, dass sie nicht allein sind und auf Hilfe zählen können. Auch soll hier aufgezeigt werden, wie Warnsignale früher erkannt werden.

Die Vereinigung SOS Détresse, die im vergangenen Jahr 94 entsprechende Anrufe und 73 entsprechende E-Mails verzeichnete, wird am Welttag der Suizidprävention auf ihrer Homepage (www.454545.lu) und auf ihrer Facebook-Seite aktuelle Stellungnahmen zum Thema veröffentlichen. Auch beteiligt sich SOS Détresse an den 11. ‚Journées nationales de prévention du suicide‘, die vom 8. bis 10. Oktober abgehalten werden und eine ganze Reihe von Veranstaltungen umfassen.“