LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Eine weitere Comic-Figur kommt ins Kino: „Wonder Woman“

Die erste Comic-Superheldin Wonder Woman wurde 1941 von William Moulton Marston, der unter dem Pseudonym Charles Moulton schrieb, erfunden, zusammen mit dem Zeichner Harry G. Peter. Ihr erstes Abenteuer erlebte Diana, Prinzessin von Themyscira und Tochter von Hippolyta, im „AllStar Comic 8“ im Oktober 1941. Die Figur der Superheldin wurde unter anderem vom Fernsehen aufgegriffen, und 1975 spielte Lynda Carter Prinzessin Diana in einer TV-Serie. Die israelische Schauspielerin Gal Gadot wurde als Gisele in den Teilen 4 bis 7 von „Fast & Furious“ bekannt, und hatte letztes Jahr bereits einen kurzen Auftritt als Wonder Woman in „Batman V Superman: Dawn of Justice“. Regisseurin Patty Jenkins drehte 2003 „Monster“, für den Charlize Theron mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Nun saß sie auf dem Regiestuhl für die 149 Millionen Dollar teure Produktion von „Wonder Woman“.

Vom Paradies an die Front

Der Anfang des Films beschreibt die Idylle des Inselparadieses Themyscira, in dem die Amazonen leben, das von Göttervater Zeus erschaffen wurde. Diana ist die Tochter von Königin Hippolyta (Connie Nielsen). Sie wird von ihrer Tante Antiope (Robin Wright) zur Kriegerin ausgebildet. Eines schönen Tages fällt ein Flugzeug vom Himmel, und Diana rettet den Piloten, den englischen Spion Steve Trevor (Chris Pine). Jenseits des Schleiers um die Insel tobt der Erste Weltkrieg, und Diana glaubt, dass der Kriegsgott Ares daran schuld ist. Sie folgt Steve nach London, wo sie sich immer sicherer wird, dass Ares die Gestalt vom deutschen General Ludendorff (Danny Huston) angenommen hat.

Zusammen mit der im Gesicht entstellten Chemikerin Maru (Elena Anaya) plant dieser, ein neues Giftgas auf der Front abzuwerfen, was den Sieg für Deutschland bedeuten würde. Steve, seine Kumpels Sameer (Saïd Taghmaoui) und Charlie (Ewen Bremner), zu denen später noch der Indianer Chief (Eugene Brave Rock) stößt, und Diana, die sich als Steves Sekretärin ausgibt, nehmen die Spur des Generals an der Front in Belgien auf, obwohl das den britischen Führern, unter anderem Sir Patrick (David Thewlis), nicht gefällt.

Glaube an die Liebe

Interessant ist hier die Atmosphäre des Ersten Weltkriegs, in welche die naive Diana hinein gerät. Sie betritt wie ein Alien neuen Boden. Ihre Gutgläubigkeit ist gepaart mit dem Hass über Ares. Doch die Menschen sind nicht einfach gut oder schlecht. So muss die Frau mit den Superkräften die Menschen erst kennenlernen. Der erstbeste ist Steve, der sie besonders mag, und das Gefühl von Liebe in ihr erweckt.

Nicht so gut sind wieder die unmöglichen Situationen, in welche die Heldin gerät. Sind ihre Kräfte am Anfang noch einigermaßen bodenständig, so arten sie am Schluss wiederum ins Unmögliche aus. Ja, und der Film ist voller Fehler (engl.: Goofs), die irgendwie beweisen, dass nicht viel Wert auf Details gelegt wurde. Wo verschwindet das Kriegsschiff, das den Boten folgt, die am Strand von Themyscira landen? Und wie kommen Steve und Diana urplötzlich nach London, liegt die Insel doch sicher in griechischen Gefilden? Und dann verschwinden Dianas Armbänder und tauchen wieder auf. Dieselbe Bemerkung gilt für ihr Schwert und Schild. Doch diese Fehler werden die wenigsten hinter ihren Popcorn-Tüten bemerken.