CLAUDE KARGER

Dass der Generalvikar eine echt coole Socke ist, ist eigentlich längst bekannt. Aber die Erzbistumszeitung hat den „runden Menschen“, den Pragmatiker, der „eine Suppe auslöffeln muss, die er sich nicht selbst eingebrockt und auch nicht gewollt hat“ am Samstag schon mal quasi selig gesprochen: „In ihm hat das Böse keinen Nährboden gefunden“. Und dennoch nimmt ein Kollege ihm etwas übel: „Er hält zu Schalke 04. Das passt mir gar nicht“. Na zum Glück ist besagter Kollege auch ein sympathischer Witzbold vor dem Herrn. Gar nicht witzig findet der „T“-Leitartikler indes, dass laut einer von seiner Zeitung in Auftrag gegebenen Umfrage „selbst im kleinen Luxemburg, wo 45 Prozent Macron wählen würden, immerhin 9 Prozent ihre Stimme einer offen rechtsradikalen Politikerin gäben“. Bei den ADR-Leuten unter den 631 Umfrageteilnehmern wären es fast die Hälfte, „die mit Frankreichs brauner Soße sympathisieren“. Soße, die ganz argen Brechreiz verursacht. Was da derzeit in unserem Nachbarland vor sich geht, wird der Premier morgen bei der „Lage der Nation“ sicher nicht unkommentiert lassen. Genau wie eine Menge weiterer Themen, von denen das „T“ schon mal die „schwelende Krise im Gesundheits- und Sozialsektor“ vorschlägt und ein „Machtwort“ vom Regierungschef fordert. Noch einmal schlafen gehen...