LUXEMBURG
OLI SCHONS

Ein junger Triathlet spricht über seine große Leidenschaft

Über 1.700 Starter beim diesjährigen Ironman 70.3 in Remich sprechen eine klare Sprache: Triathlon ist in Luxemburg so populär wie nie zuvor. Hinter internationalen Stars wie Dirk Bockel und Elite-Sportlern wie Bob Haller, wächst hierzulande aber auch so manches Nachwuchstalent heran. Auf sich aufmerksam macht derzeit Oliver Gorges (16): Nach der Qualifikation für die diesjährigen Europameisterschaften, bestätigte der junge Triathlet seine gute Form mit einem hervorragenden fünften Platz beim Moseltriathlon und seinem „Heimspiel“ in Grevenmacher. Was der Nachwuchssportler, der für den C.A. Bieles an den Start geht, über seinen Sport denkt und welche Ambitionen er hat, verriet er dem Lëtzebuerger Journal.

Wie bist du zum Triathlon gekommen?

Oliver Gorges Ich habe schon immer gerne und viel Sport getrieben. Schon sehr früh habe ich Fußball gespielt, bin aber auch geschwommen und im Leichtathletikverein gelaufen. Vor etwa fünf Jahren wurde daraus dann Triathlon. Das Radfahren war anfangs die größte Herausforderung für mich. Mit etwas Training klappte es nach und nach aber immer besser.

Was ist das Besondere am Triathlonsport?

Gorges Triathlon ist wie ein Virus! Es ist eine Sucht, macht Spaß und lässt einen nie wieder los. Die Probleme und Einflüsse des Alltags - alles ist vergessen. Man konzentriert sich voll und ganz auf das Rennen. Triathlon erfordert sehr viel Engagement und Leidenschaft vom Sportler. Es gibt einem aber auch so viel zurück. Besonders ist zudem, dass man bei den Sportlern von einer „Triathlonfamilie“ sprechen kann, in der sich die Mitglieder gegenseitig kennen, respektieren und viel miteinander unterhalten.

Wie oft und wie trainierst Du?

Gorges In der Hauptsaison trainiere ich 20-25 Stunden pro Woche. In der Vorbereitungsphase noch etwas mehr, wobei das Trainingsprogramm sehr abwechslungsreich ist. So gibt es Tage, an denen ich alle drei Disziplinen absolviere und andere, an denen ich mich intensiv mit nur einer beschäftige. In der Nebensaison stehen auch schon mal andere Sportarten, wie etwa Skifahren, auf dem Programm. Ich besuche seit diesem Jahr das „Sportlycée“ in Luxemburg-Stadt, was mir erlaubt etwas flexibler zu sein. Die Trainingseinheiten können bei uns Triathleten leicht individuell angepasst werden, was bei Mannschaftssportlern etwas schwieriger ist.

Was ist dein bisher wichtigster Erfolg?

Gorges Ich bin in verschiedenen Jugendkategorien mehrfach luxemburgischer Meister geworden und habe dahingehend schon einige Erfolge feiern können. Hervorheben möchte ich auf jeden Fall aber meinen siebzehnten Platz beim Europacup in Spanien im April dieses Jahres. Durch die gute Gesamtzeit, habe ich mich für die Europameisterschaften in Genf qualifiziert, die am 11. Juli stattfinden wird. Ich freue mich riesig hierauf und bin aktuell in der Vorbereitung für dieses große Rennen.

Welches ist dein größter Traum verbunden mit dem Sport?

Gorges Nach meiner europäischen Sprintkarriere, möchte ich in etwa zehn Jahren auf der Langdistanz starten. Ich will unbedingt an einem Ironman teilnehmen und träume davon ein solches Rennen zu gewinnen. Wenn es in zehn Jahren den Ironman 70.3 in Luxemburg noch gibt, wäre dies ein Ziel. Und die Ironman WM in Hawaii natürlich - es ist ein Mythos!