LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Für 27,7 Millionen Euro wollen Schweizer sich Zugang zum EU-Markt sichern

Swissquote, laut eigenen Angaben führende Online-Bank der Schweiz, hat die Luxemburger Internaxx für 27,7 Millionen Euro gekauft. Die Europäischen Zentralbank und die Finanzaufsicht „Commission de Surveillance du Secteur Financier“ (CSSF) hatten laut Swissquote dem Erwerb zugestimmt.

„Die Übernahme von Internaxx verschafft Swissquote uneingeschränkten Zugang zu den europäischen Märkten und wird ihre Position als bevorzugter Online-Investmentanbieter sowohl für institutionelle Kunden als auch für Privatkunden weiter stärken“, teilte Marc Bürki, CEO von Swissquote, mit. Er war vergangenes Jahr in der Schweiz zum „Banker des Jahres“ gekürt worden. Weiter heißt es in der Mitteilung, Internaxx werde durch eine größere Produktpalette und den Zugang zu neuen Anlageplattformen sein Serviceangebot erweitern. Der Kauf findet vor dem Hintergrund des anstehenden Brexit statt.

Internaxx ist seit 2001 als Onlinebank mit einer Vollbank-Lizenz tätig. Sie zählt rund 12.000 Kunden und verwaltet ein Kundenvermögen von rund zwei Milliarden Euro. Swissquote verwaltet rund 25 Milliarden Euro und zählt etwa 330.000 Kunden. Das Schweizer Unternehmen verzeichnete 2018 einen Umsatz von umgerechnet 190 Millionen Euro und einen Gewinn von 47,6 Millionen Euro. Swissquote hatte 2018 ein Rekordjahr mit einem Zuwachs von 15 Prozent. Der Hauptsitz von Swissquote ist in Gland im Kanton Vaduz. Weitere Standorte bestehen in Zürich, Bern, Dubai, Malta, London und Hong Kong. Die Swissquote Group beschäftigt derzeit 662 Mitarbeiter. Sie ist an der Schweizer Börse gelistet. Internaxx mit Sitz auf dem Kirchberg wechselt nicht zum ersten Mal den Namen.

Neue Plattform

Zwischenzeitlich hieß der Online-Broker Internaxx „TD Direct Investing International“ und gehörte zur kanadischen TD-Gruppe. Danach war Internaxx Teil der Interactive Investor Limited, die wiederum JC Flowers gehört. Kunden von Internaxx sind vor allem internationale Investoren und Expats Bürki sagte im Gespräch mit dem „Journal“: „Wir wollen in Luxemburg ausbauen.“ Bislang beschäftigt Internaxx rund 40 Mitarbeiter. Swissquote hatte laut Bürki im Zuge des Brexit nach Kaufmöglichkeiten Ausschau gehalten und mehrere Optionen. „Luxemburg stand ganz oben auf der Liste“, verriet er. Internaxx sei ein quasi idealer Kandidat gewesen, der sehr gut gepasst habe. Jetzt werde Internaxx eine neue technologische Plattform erhalten. Bürki will selbst öfter nach Luxemburg kommen.