LUXEMBURG
MARCO MENG

ArcelorMittal verkauft Minenbeteiligungen

ArcelorMittal verkauft für 1,1 Milliarden Dollar 15% seiner Anteile am kanadischen Minenbetreiber Labrador Through. Der Käufer sind ArcelorMittals direkte Wettbewerber Posco sowie China Steel Corporation (CSC). Das Geschäft soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden, allerdings müssen die taiwanesische Regierung und eine Reihe von Wettbewerbshütern dem Deal noch zustimmen. Schon Mitte Dezember hatte man 20% an den Baffinland-Minen, die man nur zwei Jahre vorher gekauft hatte, an Nunavut Iron Ore verkauft. Dabei hatte man vor allem seit der Übernahme von Arcelor durch Mittal weltweit Kohle- und Eisenerzminen gekauft, um von den wenigen großen Bergbaukonzernen wie BHP Billiton oder Rio Tinto unabhängig zu werden. Beim Eisenerz soll der Selbstversorgungsgrad bereits bei knapp 40 Prozent liegen.

Kreditwürdigkeit belastet

Aus der Luxemburger ArcelorMittal-Verwaltung hieß es, der Verkauf sei Teil der Strategie des Unternehmens, „sich enger an Schlüsselkunden zu binden“. ArcelorMittal hat nicht nur mit einer flauen Stahlnachfrage zu kämpfen, sondern auch mit einem Schuldenberg von rund 20 Milliarden Dollar, weswegen die Kreditwürdigkeit des Konzerns sowohl von Standard&Poor’s wie auch von Moody’s zuletzt auf Ramsch herabgestuft wurde.

Nach Angaben des Konzerns ist die Nachfrage in Europa seit 2007 um 29 Prozent zurückgegangen. Der Stahlkonzern hatte deswegen für das Schlussquartal 2012 milliardenschwere Abschreibungen von rund 4,3 Milliarden Dollar auf seine europäischen Aktivitäten angekündigt. Die Labrador Through wollen Posco, China Steel und ArcelorMittal künftig als Gemeinschaftsunternehmen betreiben. Posco erhält mit der Beteiligung Zugang zu Eisenerz und Kohle, das der weltweit viertgrößte Stahlproduzent bislang fast vollständig importieren musste. Vor allem in Asien gelten CSC und Posco als stärkste Konkurrenz ArcelorMittals.