LUXEMBURG
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Welche Länder zuerst wählen und warum die Resultate erst am Sonntag nach 23.00 bekannt werden

Die Niederländer und Briten haben bereits gestern bereits ihre Stimmen für die Europawahl abgegeben. Großbritannien, das die EU bis spätestens am 31. Oktober verlassen soll, hat angekündigt, an der Wahl teilzunehmen. Anfang Juni will Premierministerin Theresa May allerdings ihren Brexit-Deal zum Ausstieg aus der Europäischen Union über einen Umweg erneut ins Parlament bringen und sogar über ein zweites Brexit-Referendum abstimmen lassen. Die Abgeordneten sollen dann nicht über das umstrittene Austrittsabkommen, sondern über das britische Gesetz zur Umsetzung des Vertragswerks abstimmen. Es wird keine Hochrechnungen geben und die Resultate werden laut EU-Regelung erst nach Schließung des letzten Wahlbüros in der EU bekannt gegeben (also kurz nach 23.00 MEZ).

Wahlkreise im britischen Nordirland zählen übrigens erst montags aus. In den Niederlanden durfte gestern zwischen 7.30 und 21.00 gewählt werden. Hier gab es gestern Abend eine erste Prognose basierend auf Wählerbefragungen.

Am Freitag sind Iren und Tschechen dran

In Irland öffnen die Wahllokale heute um 8.00 und schließen um 23.00. Die irische Rundfunkanstalt RTÉ plant einzelne Prognosen nach Schließung der Wahllokale. In Tschechien darf am Freitag und am Samstag gewählt werden, jeweils zwischen 14.00 und 20.00 und 8.00 und 14.00.

Samstag: In Französisch-Polynesien beginnt die Europawahl

Einen Tag vor dem eigentlichen Wahltermin im Mutterland wird am Samstag bereits in den Überseegebieten gewählt (Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana, Saint-Barthélemy, Saint-Martin, Saint-Pierre und Miquelon, Französisch-Polynesien sowie in Konsulaten und Botschaften auf dem amerikanischen Kontinent). Am 25. werden allerdings noch keine Ergebnisse mitgeteilt. Ab 20.00 am Sonntag ist mit ersten Hochrechnungen für ganz Frankreich zu rechnen. In Lettland haben die Wahlbüros von 6.00 bis 19.00 geöffnet, in Malta von 7.00 bis 22.00, in der Slowakei von 7.00 bis 22.00. Ausgezählt wird immer erst ab Sonntagmorgen.

Endspurt am Sonntag

Die Bürger der restlichen EU-Länder schreiten zu den Urnen. In Belgien werden erste Hochrechnungen gegen 16.00 erwartet; in Bulgarien werden die Endergebnisse spätestens drei Tage nach den Wahlen, die EP-Abgeordneten spätestens fünf Tage nach den Wahlen bekannt; in Dänemark rechnet man mit einem offiziellen Ergebnis bis Mitternacht – die Dänen müssen übrigens am 5. Juni wiederum zu den Urnen, um ein neues Parlament zu wählen; erste Prognosen in Deutschland soll es gegen 18.00 geben, unmittelbar nach Schließung der Wahllokale; in Estland gibt es keine Prognosen; in Finnland wird das Endergebnis erst am 29. Mai bekannt gegeben; auch in Griechenland gibt es keine Prognosen aber Hochrechnungen ab 19.00 – offizielle Resultate werden am Montag verkündet; in Italien sind die Ergebnisse nicht vor 2.00 am Montag zu erwarten; Kroatien will pünktlich um 23.00 alle Stimmen ausgezählt haben; die Litauer wählen zeitgleich ein neues Staatsoberhaupt bestimmt. In der Stichwahl um die Nachfolge von Präsidentin Dalia Grybauskaité treten die Ex-Finanzministerin Ingrida Simonyte und der Ökonom Gitanas Nauseda gegeneinander an; im derzeit durch eine Regierungskrise erschütterten Österreich soll das vorläufige amtliche Wahlergebnis ohne Briefwähler ab 23.00 vorliegen; in Polen ist das vorläufige amtliche Ergebnis bis spätestens zum 28. Mai zu erwarten; in Portugal dürfte es bis 22.30 relativ präzise Hochrechnungen geben; in Rumänien wird das Endresultat voraussichtlich im Laufe des Montagvormittags verkündet; Schweden veröffentlicht das vorläufige Resultat online auf www.val.se - erst eine Woche später bestätigt die Wahlbehörde das Wahlergebnis formal; Slowenien soll das Wahlergebnis bis 23.00 liefern; in Spanien soll es bis 21.00 Prognosen geben; in Ungarn wird es nach 23.00; auf Zypern wird zwischen 6.00 und 17.00 gewählt – Resultate bereits gegen 19.30.