LUXEMBURG
AMIR VESALI

Tageseltern übernehmen regelmäßig (tagsüber oder auch nachts) gegen Bezahlung die Betreuung von Kindern zwischen null und zwölf Jahren oder von Kindern, die noch den Grund- oder Sonderschulunterricht besuchen. Die Tätigkeit als Tageseltern ist eine Dienstleistung, die selbstständig von den Tageseltern in ihrem Zuhause ausgeübt wird. Tageseltern dürfen im Rahmen ihrer Tätigkeit dabei höchstens fünf Kinder gleichzeitig betreuen, erklärt Amir Vesali, Jungpolitiker und Mitglied des Jugendparlaments. Doch der Beruf wird seiner Ansicht nach nicht ausreichend öffentlich gefördert.

„Tageseltern dürfen nicht mehr als zwei Kinder unter zwei Jahren betreuen. Die Tätigkeit der Tageseltern beinhaltet Aktivitäten, die je nach Alter und Bedürfnissen der Kinder unterschiedlich ausfallen, wie die Primärversorgung, Ruhe und Schlaf, die ausgewogene Verpflegung, die Förderung der sozialen, emotionalen, kognitiven, sprachlichen und psychomotorischen Entwicklung der Kinder oder auch beaufsichtigtes Lernen, um einen ruhigen und günstigen Rahmen für die Hausaufgaben zu bieten.

Im Luxemburg stehen die Tagespflege und die Tageseltern fast nie im Rampenlicht und bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Obwohl die Kindertagespflege eigentlich als gleichwertige Alternative zu den Krippenplätzen dienen soll.

Aber die Realität ist weit davon entfernt, denn in Luxemburg ist nur eine geringe Zahl von rund 600 offiziell staatlich anerkannten Tageseltern aktiv. Ungefähr eine Tagesmutter auf 1.000 Einwohner. Man muss dazu noch erwähnen, dass die lokale Verteilung der Tageseltern sehr unregelmäßig ist, sodass der Norden des Landes sehr wenig von dieser Möglichkeit profitiert. Die Statistiken zeigen auch die Tatsache, dass rund 90 Prozent von den Tageseltern sprachlich frankofon sind.

Eigentlich leiden diese wertvollen Berufe unter einem schlechten Ansehen, und vielleicht wird der Beruf auch deshalb nicht ausreichend öffentlich gefördert.

Man soll dazu erwähnen, dass das Gesetz von 15. Dezember 2017, das das vorherige Gesetz von 30. November 2007 ersetzt, nicht genügend diese Alternative zur Krippe fördert, sondern zusätzliche administrative Barrieren in den Weg stellt.

Tagespflege angeboten durch Tageseltern bietet einige Vorteile für die betreuten Kinder, sodass die von mir befragten Eltern die geringe Gruppengröße und die Betreuung innerhalb eines normalen Tagesablaufs im familiären Raum als klare Alternative im Vergleich zur Krippe bevorzugen. Die familiäre Atmosphäre und geschwisterähnliche Beziehungen zwischen den Kindern vereinfachen sogar den Einstieg in den Kindergarten, ganz zu schweigen von möglichen kulturellen Gewinnen innerhalb der kleinen Gruppe.

Der persönliche Kontakt zwischen Tagesmutter/Tagesvater und Eltern ermöglicht Vereinbarungen, die innerhalb der institutionellen Betreuung wohl nicht möglich wären. Die zeitliche Flexibilität ist dazu ein wertvoller Bonus für beide Parteien und auch die Gesellschaft, wo immer mehr ein flexibleres Arbeitszeitmodell gefördert wird.

Aus berechtigten Gründen sollte die Tagespflege mehr gefördert werden und es bei der staatlichen Vergütung, die aktuell über Chèque-Service bei 3,60 Euro liegt (im Vergleich dazu liegt Deutschland bei 5,50 Euro), eine finanzielle Verbesserung geben, denn qualitativ hochwertige Sozialleistungen dürfen kein Luxus sein!“