TRIER
CHRISTIAN SPIELMANN

Piazzollas kleine Oper „Maria de Buenos Aires“ in Trier

Der argentinische Komponist Astor Piazzolla (1921 - 1992) komponierte die „Tango Operita“ (kleine Tango-Oper) „Maria de Buenos Aires“ 1968. Sie wurde in Buenos Aires uraufgeführt. Das Libretto stammte vom uruguayischen Lyriker und Dichter Horacio Ferrer (1933 - 2014). Die Oper war kein durchschlagender Erfolg, wurde aber im Laufe der Jahre in verschiedenen Adaptionen immer wieder aufgeführt. Das Theater Trier produzierte die kleine Oper, die am Sonntag im „Kasino am Kornmarkt“ uraufgeführt wurde, unter der Regie von Karin Maria Piening.

Eine Frau wird zur Prostituierten

Im ersten Teil der Oper erzählt El Duende (Tilman Rose), der heidnische Urgeist von Argentinien, die Geschichte von Maria (Luiza Braz Batista). Sie liebt einen Mann, wird aber verstoßen und treibt in die Prostitution ab. Ein Sänger (Bonko Karadjov) besingt die Stationen ihres Lebens, wird zu ihrem Liebhaber und Peiniger. Sechs Statisten stellen die Menschen der Stadt dar. Auf der Bühne stehen Kabinen, die mit Rollos verschlossen werden können, welche ihre Wohnzimmer darstellen. Marias Herz stirbt, und folglich wird sie beerdigt. Ihr Schatten bleibt, jedoch fehlen ihm alle Erinnerungen. El Duende bastelt aus Verzweiflung eine Figur aus Luftballons, die ihn an Maria erinnert. Er hält sogar um ihre Hand an. Schließlich erscheint Marias Schatten mit einer Maske und einem Gewand und wird in einer Prozession verehrt. Sie ist eine Heilige geworden, die ein Kind gebärt, aber keinen Jesus, sondern ein Mädchen.

Erklärungen fehlen

Ist der erste Teil der Oper bis zum Tod Marias trotz der spanischen Gesangstexte noch einigermaßen verständlich, so wird der zweite Teil ohne das Durchlesen des kleinen Programmheftes echt kompliziert. Dass Marias Schatten auf der Bühne steht, kann niemand ahnen, außer man kennt das Stück. Die Regisseurin hätte unbedingt Erklärungen einbauen müssen, die zum Beispiel der Duende gegeben hätte. Dieser beschränkt sich auf die auf Deutsch übersetzten Texte von Ferrer. Die Statisten, im Programmheft als „La Gente“ bezeichnet, rezitieren zwar Texte, die jedoch oft durch die Musik unverständlich bleiben. Zum Verständnis der mythisch-esoterischen Geschichte tragen sie somit nicht viel bei. Die Musik drängt sich weiter nicht auf, bis auf Marias Lied „Yo soy Maria“ oder noch der „Tango Dei“.


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