LUXEMBURG
LJ/SOP

Jugendliche können im „Grand Théâtre“ direkt von Choreographen lernen und sich einbringen

Die neuesten Moves lernen oder die Tanzschritte, die man schon drauf hat, noch ein bisschen mehr verfeinern: Diese Gelegenheit hatten bei einem Workshop im „Grand Théâtre“ Schüler des „Conservatoire de la Ville de Luxembourg“. Die Tänzer, die ihnen neue Schritte und Choreographien zeigten sowie das alles mit ihnen einstudierten, waren Tänzer der Kompagnie um den flämisch-marokkanischen Choreographen und Tänzer Sidi Larbi Cherkaoui. Die Kompagnie gastierte am Wochenende in Luxemburg.

Das war allerdings nur eine von mehreren Gelegenheiten, die das Haus jugendlichen Tänzern bietet, um an ihrer Technik zu feilen und Tipps direkt aus der fahrenden Szene zu bekommen. Seit 2011 werden regelmäßig solche Workshops für Jugendliche organisiert. „Diese Workshops ermöglichen es den jungen Leuten mit verschiedenen Tanztechniken konfrontiert zu werden und einen direkten Kontakt mit professionellen Tänzern zu haben“, erklärt Manon Meier von den „Relations Jeunes Publics “ des Theaters. Seit der Eröffnung der Spielstätte im Jahr 2003 boten Kompagnien immer wieder punktuell Workshops an. Doch seit der Saison 2011 wurde diese Aktivität systematisch ausgebaut. Es sollte eine konstante Verbindung zu den Schulen und den Lehrern geschaffen werden, um abseits der Aufführungen eine weitere, ergänzende Theatererfahrung zu ermöglichen.

Hinzu kommen Veranstaltungen wie Stückeinführungen, Künstlertreffen oder Führungen hinter den Kulissen, die sich aber nicht nur an junge Zuschauer richten. „Ein ganz verschiedenes Publikum, und vor allem junge Leute, in das Theater zu bekommen, sie bei ihren Entdeckungen zu begleiten und sie auf Künstler treffen lassen, das ist für uns ein integraler Bestandteil der Theatererfahrung.“

Magazin sammelt Schülermeinungen zu Stücken

Und die Rückmeldungen seien sehr positiv, erklärt Meier weiter. „Unser junges Publikum schätzt die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit den Künstlern zu treten.“

Junge Leute, die sich für Tanz interessieren, werden im Programm der Spielstätte bestimmt fündig: Denn ob Elektro oder Hip-Hop, afrikanischer Tanz oder zeitgenössischer und klassischer Tanz, es gibt eine große Auswahl an unterschiedlichen Tanzrichtungen und Choreographen. Aber es geht nicht nur um das Ausprobieren auf dem Tanzboden und das Anschauen von Stücken, sondern auch um das sich Einbringen und das Gedankenaustauschen. Um den Jugendlichen eine Plattform zu geben, gibt es seit der Saison 2012/13 sogar ein kleines jährliches Magazin, in dem Schüler die jeweilige Saison am „Grand Théâtre“ Revue passieren lassen. Für dieses „Scénoscope“ werden Gedankengänge, Meinungen und Kommentare gesammelt, welche Schüler unter ihren Mitschülern oder anderen jungen Theatergängern sammeln.

Die Kommentare können positiv, aber eben auch negativ sein. So schwärmte eine Schülerin: „Pina Bausch’s Vollmond, which was performed by the Tanztheater Wupperthal, was truly extraordinary“. Eine Schülerin hingegen monierte bei dem Stück „Terror“: „(...) besonders die laute Musik im ersten Teil des Stückes war meiner Meinung nach unpassend.“ Es darf also auch mal etwas nicht gefallen.

Das Magazin erscheint am Ende der Saison und die Redaktion samt Fotoauswahl übernimmt eine Gruppe junger Leute. In dieser Saison steht bereits die sechste Ausgabe an.


Weitere Informationen unter www.theatres.lu