OSTENDE
CHRISTIAN SPIELMANN

Unterhaltsam: „Flashdance - The Musical“ läuft im Casino in Ostende

Jennifer Beals spielte die vom Tanz besessene Alex Owens, die ihre Brötchen als Fabrikarbeiterin in Pittsburgh verdient. Fans wissen: Der Film hieß „Flashdance“ und wurde 1983 von Adrian Lyne inszeniert. Und Giorgio Moroder wurde für den Song „What a Feeling“ (von Irene Cara gesungen) mit dem Oscar ausgezeichnet.

Im Trend der Zeit liegt es, erfolgreiche Filme in Bühnenshows zu verwandeln. Dies geschah 2008 auch mit besagtem Kultfilm. Im englischen Plymouth erlebte das Musical seine Premiere. Robbie Roth komponierte die zusätzlichen Songs.

Ein Wunsch erfüllt sich

Im Casino in Ostende führt man seit ein paar Jahren Musicals mit viel Erfolg auf, zum Beispiel „Dirty Dancing“ oder „Footloose“. Dieses Jahr steht die britische Tournee-Produktion „Flashdance“ auf dem Programm, die von Hannah Chissick inszeniert und von Matthew Cole choreografiert wurde. Speziell für die Laufzeit in Ostende bis zum 5. August wurde die belgische Schauspielerin Ann Van den Broeck für die Rolle der Hannah engagiert.

Alex (Joanne Clifton) jobbt tagsüber in einer Fabrik, und abends tanzt sie mit ihren Freundinnen Gloria (Hollie-Ann Lowe), Kiki (Sia Dauda) und Tess (Demmileigh Foster) in der Bar von Harry (Jack Chissick). Sie würde liebend gern an der „Shipley Dance Academy“ ihrem Traum von einer professionellen Tanzkarriere nachgehen, doch sie vergeigt eine erste Audition. Der Besitzer der Fabrik, Nick Hurley (Ben Adams), wiederum soll
den Betrieb wieder auf Vordermann bringen, und das geht nur mit Entlassungen. Doch Nick ist ein sehr einflussreicher Kerl, der seine neue Aufgabe nicht mag, sondern eher Alex. Durch seine Verbindungen kann er Alex jedoch eine neue Audition verschaffen.

Filmsongs und neue Lieder

Des Öfteren besucht Alex Hannah, die von Louise (Sasha Latoya) gepflegt wird. Hannah war eine talentierte Balletttänzerin, die ihr Unterricht gibt und sie in ihrem Bestreben unterstützt. Da die Geschäfte in Harrys Bar nicht mehr gut gehen, hat es Gloria zu CC (Matt Concannon) gezogen, der ein Striplokal betreibt. Gloria, die in Jimmy (Colin Kyani) verliebt ist, gerät in einen Teufelskreis von Drogen, die ihr CC verabreicht. Jimmy, der nach New York gezogen war, kommt aber nach Pittsburgh zurück. Zusammen mit Alex kann er Gloria aus den Fängen von CC befreien. Alex kann endlich die Jury der Tanz-Akademie zu „What a Feeling“ überzeugen.

„Manhunt“, „Maniac“ und „What a Feeling“ sind die einzigen Songs, die aus dem Filmsoundtrack behalten wurden. Die Oldies „Gloria“ von Umberto Tozzi - wegen der Rolle von Gloria - und „I Love Rock’n Roll“ von Joan Jett & the Blackhearts
wurden integriert. Von den neuen Songs bleiben „Here and Now“, „245mm Enough“, „A Million to One“ und „Chameleon Girls“ im Ohr hängen.

Durch den Einsatz von zwei bewegbaren Bühnenelementen, die mit zwei Treppen zur Fabrik werden, zu Harry’s Bar oder zu CCs Striplokal, ist stets der ideale Hintergrund auf der Bühne. Der Umbau geschieht oft im Dunkeln, während im Vordergrund noch gesungen wird. So kann die Show ohne Unterbrechungen gespielt werden, zu der Live-Musik einer Band, die hinter dem Bühnenbild spielt. Bewundernswert ist Joanne Clifton, die in Perfektion tanzt und eine außerordentlich starke Stimme hat. Auch Ben Adams gefällt dank seiner kräftigen Stimme und seiner legeren Manier. Matt Concannon spielt den fiesen Kerl auf eine interessante Art und Weise. Hollie-Ann Lowe, Sia Dauda und Demmileigh Foster überzeugen ebenfalls durch ihre tänzerischen Fähigkeiten. Der beste choreografische Moment ist der Tanz zu „Chameleon Girls“.

„Flashdance - The Musical“ erzählt eine einfache, nicht sehr tiefgehende Geschichte, die einzig auf Tanz und Gesang ausgerichtet ist - und somit ihren Zweck als Unterhaltungsshow erfüllt.

Noch bis inklusive 5. August, täglich außer montags. Weitere Informationen und Ticketbuchung unter hrrp://www.kursaaloostende.be