LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Die beiden Musiker von Alfalfa wollen auch in Krisenzeiten Positivität versprühen

Red Wine“: Ein Gute-Laune-Track, der dazu aufruft das Leben zu genießen, wie eine gute Flasche Rotwein, und zum Tanzen einlädt. Das Duo Alfalfa trotzt der Krise mit neuer, tanzbarer Musik, tätigt aber gleichzeitig den Aufruf, seriös mit der aktuellen Lage umzugehen
und sich an die Vorschriften zu halten. Denn auch sie als Musiker sind derzeit zuhause, statt, wie geplant, Konzertsäle einzuheizen. Wie sie trotz räumlicher Trennung musizieren und wie man sie in dieser schweren Phase unterstützen kann, verrät Charel Geimer im Interview.

Wer steckt hinter Alfalfa?

CHAREL GEIMER Alfalfa setzt sich aus zwei Personen zusammen: Das sind Bert Jung und ich. Vor zwei Jahren haben wir das Projekt gemeinsam gegründet, musizieren aber schon seit zehn Jahren zusammen. Wir haben in diversen Bands gespielt und sind derzeit auch noch Mitglieder bei Los Dueños. Angefangen haben wir damals mit einer Schülerband und durch die unterschiedlichen Projekte haben wir uns menschlich und musikalisch immer weiter angenähert. Mit Alfalfa wollten wir uns auf musikalischer Ebene neu erfinden und herausfinden, was außer Rock, Reggae und Ska noch in uns steckt. Unser Duo entstand also eigentlich aus reiner Neugierde und Abenteuerlust.

Für die aktuelle Single läuft derzeit noch ein Aufruf, wo Leute sich am Musikvideo beteiligen können. Entsprang die Idee der momentanen Krise?

CHAREL Die Idee kam uns schon recht früh im Schreibprozess. Als die Grundstruktur von „Red Wine“ stand, waren wir uns schnell einig, dass ein Tanz unumgänglich ist. Allerdings keine komplizierte Choreo, sondern etwas, das man sich schnell einprägen kann und jeder nachtanzen kann. Das Lied hat eine sehr positive Aura, die übertragen werden soll. Das war tatsächlich alles vor der Pandemie schon in Planung, eine Tänzerin hat uns eine Choreografie erarbeitet und es haben auch schon eine Menge Leute ihr Video eingesendet. Witzigerweise passt die Idee allerdings jetzt noch besser. Die Veröffentlichung von „Red Wine“ war lange vor der Quarantäne geplant - jetzt aber, können die Leute, die sich langweilen, sich einfach zuhause mit dem Handy beim Tanzen filmen und Teil unseres Musikvideos werden. Ein Release-Datum für das Video gibt es noch nicht, aber es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis wir genügend Material zusammen haben. Ich würde sagen, wir setzen die Deadline für die Einsendung der Videos auf Ende dieser Woche, Motivierte können sich also gerne noch an diesem Projekt beteiligen. Sie können sich ganz einfach über die sozialen Netzwerke bei uns melden und wir verschicken dann eine Aufzeichnung, in der die Choreo erklärt und gezeigt wird, damit sie step by step erlernt werden kann.

Die Leute sollen also quasi durch die Quarantäne-Zeit tanzen?

CHAREL Unbedingt. Als die Krise anfing, hatten wir gerade erst eine ganze Reihe an Konzerten zugesagt, auf die wir uns unheimlich gefreut haben.
Die Absagen waren anfangs deprimierend, weil wir diese Zeit als Chance gesehen haben, zu zeigen, was wir in diesen zwei Jahren auf die Beine gestellt haben. Wir haben uns jetzt das Ziel gesetzt, noch stärker aus der Quarantäne herauskommen, daher ist unsere Message ganz klar, durch die Krise zu tanzen und nicht aufzuhören Musik zu machen. Wir schreiben gerade beide separat in unseren jeweiligen Proberäumen und planen auch in dieser Phase, einen neuen Song zu veröffentlichen. Es gilt jetzt das Beste aus der Situation zu machen, sowohl für uns als auch für alle anderen.

Wie muss man sich das Musizieren in getrennten Proberäumen vorstellen?

CHAREL Der Schreibprozess ist natürlich zurzeit ein vollkommen anderer als zuvor. Sonst haben wir teils ein ganzes Wochenende zusammen im Probesaal verbracht. Jetzt können wir nur den virtuellen Kontakt aufrechterhalten: Ideen werden hin und her geschickt, ausgebaut und verarbeitet. Aufhören oder einfach auf Pause drücken kommt für uns nicht infrage, aber die Situation hat das Musizieren auf jeden Fall ein wenig verkompliziert.

Ihr nehmt derzeit an der Aktion „Patreon“ teil. Was genau muss man sich darunter vorstellen?

CHAREL Als Künstler stellt sich zurzeit jeder die Frage: Was können wir tun? Es ist auch finanziell eine schwierige Zeit, denn, wer nicht auftritt, hat auch kein Einkommen. Auf Patreon können Leute nun aber Künstler, die sie mögen, unterstützen. Monatlich kann ein gewisser Betrag an Geld gespendet werden, - bei uns fängt das schon bei drei Euro an und der Betrag kann auch nur einmalig gespendet werden - woraufhin der Künstler, je nach Auswahl der Packages, bestimmtes Material zur Verfügung stellt. Bei uns sind das zum Beispiel „Behind the scenes“-Clips, Video-Anrufe, oder der Zugriff auf Lieder, die nie veröffentlicht wurden. Wem, was gezeigt wird, hängt dann vom ausgewählten Package ab. Wer uns jeden Monat unterstützt, bekommt jeden Monat neues Material. Da wird auch einiges an witzigen Ausschnitten dabei sein, weil wir auch gerne mal rumalbern. Das Interessanteste wird aber, denke ich, sein, dass es exklusive Einblicke in unsere Studioarbeit und das Leben hinter den Kulissen geben wird.

Wie war bisher die Resonanz?

CHAREL Da weder wir noch unser Umfeld von dieser Plattform wussten, ist die Resonanz bisher okay würde ich sagen. Es gibt schon eine Reihe Leute, die Packages gekauft haben, wir werden das aber in den kommenden Tagen noch weiter pushen, indem wir beispielsweise neue Songs und Videos online stellen werden und somit auch noch ein bisschen mehr Werbung machen können.

Das Duo Alfalfa kann unter patreon.com/alfalfamusic unterstützt werden.