LUXEMBURG/LÜTTICH
PATRICK VERSALL

Choreograf Manu di Martino möchte demnächst mit seinem neuen multimedialen Tanzprojekt „The Arena of Shadows“ durch die Großregion touren

Sein Nachbarland Luxemburg kennt der belgische Choreograf Manu di Martino definitiv nicht nur vom Hörensagen: Gleich zweimal schon durfte er im Rahmen des „Le 3 du Trois“ in der Banannefabrik in Bonneweg Auszüge aktueller Arbeiten vorstellen oder dem Publikum einen direkten Einblick in ein Work in Progress gewähren. Beim luxemburgischen Publikum konnte der ehemalige Biochemiker in der Vergangenheit mit seiner Fusion aus zeitgenössischem Tanz, Fotografie und Licht punkten. Zurzeit hält er in der Großregion Ausschau nach Locations, wo er eventuell seine neueste Kreation „The Arena of Shadows“ zeigen könnte.

Auftragsarbeit aus Lüttich

Selbstverständlich hat er auch schon in Luxemburg seine Fühler nach konkreten Aufführungsorten ausgestreckt, Verhandlungen mit Theater- oder Kulturhäusern führte der Belgier allerdings bis dato keine. „The Arena of Shadows“ hat der Belgier im Auftrag des Lütticher Musée de la Vie Wallonne ausgearbeitet, die Uraufführung des sich aus drei unterschiedlichen Kapiteln zusammensetzenden Spektakels fand im besagten Museum am 30. August statt. Die Architektur des Museums sollte von vornherein in die multimediale Tanzshow mit einbezogen werden, allerdings, und darauf weist Di Martino resolut hin, biete sich nicht nur ein Museumsgebäude als Kulisse für die Aufführung an. „Ich kann das Spektakel auch abändern, um es beispielsweise auf einem alten Industriegelände aufzuführen. Auch die zeitliche Dauer der Show ist variabel.“

Im Eiltempo erschuf der Choreograf in nur drei Monaten ein Projekt, das auf den Eckpfeilern Tanz, Mapping, Licht und Fotografie fußt und sich alleine schon durch seine äußerst futuristische Ästhetik von einer Vielzahl ähnlicher Spektakel unterscheidet. Eine Symbiose unterschiedlicher Kunstformen, die sich schwer in eine Schublade pressen lässt.

Eine der größten Herausforderungen habe darin bestanden, sehr unterschiedliche Tanzstile unter ein und den selben choreografischen Hut zu bekommen, berichtet der Belgier von der Entwicklung des Projekts und ergänzt, dass er die Chance gehabt habe, mit sehr talentierten Tänzern aus der Region zusammenzuarbeiten.

Diese Zusammenarbeit soll demnächst wieder in möglichst vielen Städten der Großregion fortgesetzt werden. Nach der Premiere habe man angefangen Ausschau nach weiteren Auftrittsmöglichkeiten zu halten, bemerkt der belgische Choreograf. Di Martino würde sich freuen, wenn er ein drittes Mal die Gelegenheit bekäme, eine seiner Kreationen in Luxemburg zu zeigen.


Auszüge aus der Premierenvorstellung finden Sie unter https://vimeo.com/109364756