LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Was wollen Jugendliche in ihrer Stadt? Um das herauszufinden, veranstaltet die Stadt Luxemburg derzeit Treffs in Jugend- und Pfadpfinderheimen

Pascal* nimmt noch einen Schluck aus der Orangesaftflasche. Dann gibt er sich einen Ruck und sagt in die Runde: „Ich fände es gut, wenn wir mehr Kletterwände hätten. Und mehr Platz zum Skaten.“ Ein Mädchen schüttelt den Kopf. Saskia*, ein anderes Mädchen von rund 15 Jahren streicht sich die Haar e zurück und unterstützt ihn: „Ja, das mit den Skateboards fände ich auch eine gute Idee.“

Schwieriges Brainstorming

An diesem Dienstagnachmittag sitzen 23 Jugendliche und junge Erwachsene im ersten Stock des Jugendhauses „Am Quartier“ im Bahnhofsviertel. Zwei Mitarbeiter des Jugendhauses mit lila Poloshirts und Tätowierungen auf den Armen helfen, die Diskussion in Gang zu bringen. „Welche Ideen habt ihr denn noch?“, fragt Fabian Reeff in die Runde. Er und sein Kollege Domenico Berardino wollen erst mal Ideen sammeln.

Die Stadt fragt nach

Das ungewöhnliche an diesem Treffen: Die jungen Menschen zwischen 13 und 23 Jahren sind auf Einladung der Stadt Luxemburg da. Sie will wissen, was ihre jüngeren Einwohner wirklich wollen, will Politik ganz nah am Bürger machen.

Dafür organisiert sie insgesamt 24 sogenannte Mini-Foren in verschiedenen Jugend- und Pfadpfinderheimen der Stadt. „Sie sollen den Dialog zwischen der Stadt und den Heranwachsenden verbessern“, erklärt Berardino. Erwünscht sind Ideen, Vorschläge und Initiativen. „Aber es ist gar nicht so einfach, Jugendliche zum Reden zu bringen“, seufzt Reeff. „Wir treffen uns am Besten mit einer homogenen Gruppe.“

Metaforum im Frühjahr

Während der Diskussion achten er und Berardino auf Saskia, Pascal und die anderen. Denn die 24 Mini-Foren sollen laut Plan der Stadt zu einem „Meta-Forum“ führen. Dorthin will die Stadt Luxemburg je zwei bis drei Jugendliche jedes Miniforums einladen. „Wer sich herauskristallisiert, den laden wir zur großen Diskussionsrunde im kommenden Frühjahr ein“, erklärt Reeff. Am Metaforum nehmen dann auch Politiker teil.

An den Arbeitstischen lockert sich die Stimmung nur schwer auf. Strategisches Nachdenken über Spaß ist noch eine ungewohnte Übung. „Aber ich find’s gut, dass wir gefragt werden“, sagt Saskia. *Namen von der Redaktion geändert


Weitere Termine am 15., 22. November und 13. Dezember - eine Einschreibung ist nicht nötig; mehr Info unter www.vdl.lu.