CLAUDE KARGER

Die „Rentrée“ steht vor der Tür und überall wird neu tapeziert. Denn „en Tapéitewiessel deet gutt, bréngt een op aner Gedanken an erlaabt et nei Energie ze tanken“, wie der Sozi-Fraktionschef in seinem Sommer-Interview mit einem Sozi-Fraktionsdiener ausführt. Auch andere üben fleißig Tapetenwechsel oder sinnieren zumindest darüber beim Vakanzen- „dolce far niente“.

Wenn sie nicht gerade am Smartphone klimpern. Denn die meisten Politmenschen sind mittlerweile im Fratzenbuch- und Zwitscherdings-Universum angekommen, wie das „Tageblatt“ herausgefunden hat. Regierungsseitig sind nur Lydia Mutsch und Camille Gira „Social-Media“-unaffin. Genug Zeit zu palavern hatten indes am Dienstagabend die 28 GemeindehäuptlingInnen, die für einen kellnerischen Tapetenwechsel in den „Fouer“-Restaurants sorgen sollten, allerdings zunächst mal stundenlang prosteten und schlenderten, was die „Wort“-Reporter die Tapeten hoch trieb: „Motivation geht anders“, gifteten sie fuchsteufelswild, „ob sie serviert haben, und wie es schlussendlich abgelaufen ist - wir wissen es nicht“. Zum Glück konnten einige kommunale KapitänInnen dann doch einige Alibi-Fotos vom schweißtreibenden Dienst am Kunden zeigen. In den sozialen Netzwerken, versteht sich.