LOS ANGELES/NEW YORK
BARBARA MUNKER (DPA)/LJ

„Pulp Fiction“ und „Kill Bill“ machten sie bekannt: Uma Thurman wird 50

Mitten in der Corona-Pandemie feiert Uma Thurman am heutigen Mittwoch ihren 50. Geburtstag. „Stay Home“-Vorschriften und Abstand halten machen ein großes Fest zunichte. Einen großen Auftritt im schwarzen Abendkleid hatte die Schauspielerin derweil im Januar bei der „National Board of Review“-Gala in New York, als sie Quentin Tarantino den Regie-Preis für seinen Film „Once Upon A Time in Hollywood“ überreichte. „Neben meinen Eltern und meinen Kindern hattest du den größten Einfluss auf mein Leben“, würdigte sie den Kult-Regisseur.

Berühmt über Nacht

Mit der bluttriefenden Gangster-Farce „Pulp Fiction“ hatte Tarantino 1994 die junge Schauspielerin über Nacht berühmt gemacht. Mit schwarzem Pagenkopf und verruchtem Blick, statt blonder Eleganz, wird Thurman zu Mia Wallace, Frau eines Gangsterbosses. Unvergesslich: der Twisttanz zwischen Mia und dem Auftragskiller Vincent Vega (John Travolta) und Mias Comeback nach einer Überdosis Heroin. Der kultige Auftritt brachte Thurman, gerade 24 Jahre alt, die erste und bis jetzt einzige Oscar-Nominierung ein.

Knapp zehn Jahre später holte Tarantino seine Muse für die zweiteilige Rache-Saga „Kill Bill“ vor die Kamera. In der Gewaltorgie mimt Thurman die Profikillerin und gnadenlose Braut „Black Mamba“, die sich nach einem Gemetzel bei ihrer Hochzeit an alten Rivalinnen und ihrem Ex-Boss (David Carradine) rächt.

Die Gewalt in Thurmans Erfolgsfilmen steht im krassen Gegensatz zu ihrer familiären Prägung. Ihren Namen verdankt sie einer Hindu-Göttin. Ihr Vater, Robert Thurman, ist ein bekannter Buddhismus-Professor. Ihre Mutter Nena von Schlebrügge machte Ende der 1950er Jahre als Topmodel in New York Karriere. Auch Uma wurde jung als Fotomodell entdeckt, doch schon als Teenager trat sie vor die Kamera. In dem Drama „Gefährliche Liebschaften“ (1988) um Intrigen des französischen Adels wird sie von Vicomte de Valmont (John Malkovich) verführt. In „Henry & June“ (1990) um eine erotische Dreiecksbeziehung spielt sie die Ehefrau des Schriftstellers Henry Miller.

Kein Genre ausgelassen

Thurman hat kein Genre ausgelassen. In dem Superhelden-Film „Batman & Robin“ (1997) war sie der weibliche Bösewicht „Poison

Ivy“, in der Liebeskomödie „Couchgeflüster“ (2005) trifft sie auf Meryl Streep als Therapeutin, in „Zufällig verheiratet“ (2008) wird sie selbst zur Beziehungs-Ratgeberin. Bei der Berlinale 2012 stellte sie mit Co-Star Robert Pattinson das Kostümdrama „Bel Ami“ vor. Zwei Jahre später feierte dort Lars von Triers „Nymphomaniac“, mit Thurman als betrogene Ehefrau, seine Deutschlandpremiere. Mit dem umstrittenen Regisseur drehte sie auch den Horror-Thriller „The House That Jack Built“ (2018).

Mit 22 Jahren hatte Thurman bereits ihre erste Ehe mit Gary Oldman hinter sich. Beim Dreh zu dem Science-Fiction-Thriller „Gattaca“ (1997) lernte sie ihren zweiten Mann, Ethan Hawke, kennen. Sie heirateten ein Jahr später, doch 2004 kam es zum Bruch. Sohn Levon ist 18, Tochter Maya, eine angehende Schauspielerin, 21 Jahre alt. Mit 42 Jahren wurde Thurman zum dritten Mal Mutter. Töchterchen Luna stammte aus ihrer Beziehung mit dem Finanzier Arpad Busson. Vor zwei Jahren war die Schauspielerin mit Vorwürfen gegen Produzent Harvey Weinstein an die Öffentlichkeit gegangen.