LUXEMBURG/TERMONDE
CC

Neuer Bodenbelag auf Basis von Filmen besteht aus 80 Prozent Recyclingware

Dem Fußbodenhersteller Tarkett, der weltweit aktiv ist, hat einen neuen Bodenbelag entwickelt, der besonders nachhaltig sowie vollständig recycelbar ist. Das teilte das Werk im belgischen Termonde mit.

In Luxemburg macht sich Dr. Anne-Christine Ayed, Vizepräsidentin der Tarkett-Gruppe, verantwortlich für Forschung, Innovation und Umwelt, schon lange stark für eine nachhaltige Produktion und ist häufig im Innovations- und Forschungszentrum der Gruppe in Wiltz sowie in der Produktion in Lentzweiler. Diese Politik hat den Konzern weltweit führend gemacht. Sein Ziel: So wenig fossile Rohstoffe wie möglich verwenden. In einer Branche, in der die meisten Teppiche und Bodenbeläge Sondermüll sind, setzt der Konzern damit Standards. 2016 gewann Tarkett den Innovationspreis des Industrieverbands FEDIL für die numerischen Druckvorlagen für Bodenbelag aus PVC oder Vinyl. Nun könnte es bald wieder so weit sein.

Der „iD Revolution“ ist der erste harte Bodenbelag mit einer „cradle-to-cradle“-Gold-Zertifizierung. Hinter dem Konzept der „Wiege bis zur Bahre“ steht der nachhaltige Umgang mit Rohstoffen. Der Bodenbelag besteht zu 80 Prozent aus recycelten Materialien auf Basis von mineralischen und organischen Materialien und ist sogar zu 100 Prozent recycelbar. Für die Herstellung dieser neuen Kollektion wurde ein behandeltes Polymer verwendet, das aus Altfahrzeugen und Sicherheitsglas von Gebäuden gewonnen wurde. Es ist ein Film, der Splitter einschränkt. „Ich freue mich sehr, dass unsere Forscher das geschafft haben“, sagte Ayed gegenüber dem „Journal“.

Das Produkt besteht zu 24 Prozent aus recyceltem Polybutyralvinyl (PVB), zu elf Prozent aus Biokunststoff und zu 49 Prozent aus Kalk. Laut Tarkett wird fast das gesamte in der Produktion verwendete Wasser recycelt und die Hälfte der eingesetzten elektrischen Energie stammt aus erneuerbaren Quellen. „Die andere Hälfte wird durch Emissionsgutschriften ausgeglichen, um ein Biodiversitätsprojekt im peruanischen Amazonaswald zu unterstützen“, teilte der Konzern mit. Die Fliesen und Platten werden mit Oberflächenschutz behandelt und weisen laut dem Hersteller die gleiche hohe Qualität wie andere modulare Vinylboden-Produkte auf. Somit seien sie pflegeleicht sowie widerstandsfähiger gegen Verschleiß, Kratzer und Flecken. Dank einem Rücknahmeprogramm von Tarkett kann das Produkt am Ende seiner Nutzungsdauer wiederverwendet werden. iD Revolution-Fliesen und -Platten werden dann abgeholt und an die Produktionsstätte zurückgegeben, um sie in ein neues Produkt umzuwandeln.

Einsatz in Luxemburg

In Luxemburg ist iDRevolution schon verbaut worden, und zwar im NESTO-Haus in Wiltz, einem Mehrfamilienhaus für sechs Parteien, das nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit gebaut und im September 2018 eingeweiht wurde. Das privat finanzierte Haus wurde von der ProGroup aus Windhof unter der Leitung von Romain Poulles entwickelt, der sich schon lange für nachhaltige Baulösungen einsetzt. Beim Bau wurde auch ein weiteres Tarkett-Produkt verwendet. Durch solche Produkte soll Bauschutt zukünftig vermieden werden.

Tarkett stellt Beläge für Böden und Sportplätze her, darunter Vinyl-, Linoleum-, Teppich-, Holz-, Laminat-, Kunstgras- und Leichtathletikbahnen. Die Gruppe hat Kunden in mehr als 100 Ländern für Marken wie Tarkett, Desso, Johnsonite, Tandus, Centiva, FieldTurf und Beynon. Mit 13.500 Mitarbeitern und 34 Produktionsstätten verkauft Tarkett täglich 1,3 Millionen Quadratmeter Nutzfläche für Krankenhäuser, Schulen, Wohnungen, Hotels, Büros, Geschäfte und Sportplätze. Tarkett verfolgt eine klare Öko-Innovationsstrategie und setzt auf Kreislaufwirtschaft.