LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Kostenfreie Parkzeiten sollen helfen, das Bahnhofsviertel wieder attraktiver zu machen

Die Bauarbeiten im Rahmen des Tramausbaus laufen auf Hochtouren, das bekommen vor allem die Geschäftsleute im hauptstädtischen Bahnhofsviertel zu spüren. Für sie geht es bei diesem Großbauprojekt nämlich um ihre Existenz. Dessen ist sich auch die Bürgermeisterin Lydie Polfer bewusst, die nun zusammen mit dem Schöffenrat nach Möglichkeiten sucht, die helfen sollen, die Betroffenen so unversehrt wie möglich durch diese kritische Phase zu bringen. Wenn alles plangemäß verläuft, sollte die Tram die ausgeweitete Strecke bis Ende September im ‚marche à blanc‘ befahren. „Das Ende des Tunnels kommt immer näher“, so die Bürgermeisterin. Darüber erfreut, dass so viele Menschen dem Projekt trotz seiner Langwierigkeit mit Geduld entgegentreten, erläutert Lydie Polfer noch einmal, dass das Endergebnis der Hauptstadt ein völlig neues Ambiente verleihen wird. „Zu sehen, dass die Arbeiten in absehbarer Zeit fertig sein werden, macht das Warten ertragbarer.“ Dennoch ist es dem Schöffenrat ein großes Anliegen, die Geschäftsleute des Bahnhofsviertels bestmöglich zu unterstützen, daher wird über neue fördernde Maßnahmen nachgedacht - eine wird bereits seit heute umgesetzt.

Unterstützende Maßnahmen

Letzte Woche hat sich der Schöffenrat der Hauptstadt bereits mit den Betroffenen der Place de Paris bei einer Versammlung zusammengesetzt, um ihnen das Endergebnis etwas genauer zu zeigen. Der zurzeit noch steinige Weg bis zum Ende der Bauarbeiten soll mit ein bisschen Vorfreude ein wenig verschönert werden. Dennoch ändert dies nichts am Einfluss, der diese Baustelle auf die Geschäftsleute hat. Daher wurden ihnen bereits Kompensationen von LuxTram angeboten, für die bis dato 18 Läden Antrag gestellt haben. Aber auch der Schöffenrat der luxemburgischen Hauptstadt will die Geschäftsleute im Bahnhofsviertel in dieser brenzligen Lage nicht alleine lassen.

Um das Einkaufen in diesem Stadtteil wieder etwas attraktiver zu gestalten, können Besucher seit heute von teils gratis Parktarifen profitieren, das im Parkhaus „Fort Neipperg“ sowie im Parkhaus „Fort Wedell“. Unter der Woche wird die erste Stunde an diesen beiden Orten nicht mehr verrechnet werden. Samstags kann das Auto hier sogar vier Stunden kostenfrei stationiert werden. An Stationierungsmöglichkeiten fehlt es somit nicht, mit einmal rund 500 und einmal rund 300 Parkplätzen. Wer tatsächlich weniger als eine Stunde im Parkhaus „Fort Neipperg“ stationiert ist, kann es ohne weiteres wieder verlassen. Im Parkhaus „Fort Wedell“ müssen alle Besucher, inklusive die, die umsonst parken dürfen, ihren Parkschein an der Kasse validieren. „Wir sind uns bewusst, dass es bei den Geschäftsleuten um ihre Existenz geht, daher versuchen wir ihnen mit dieser Maßnahme zu helfen“, erklärt Lydie Polfer. Außerdem wurden die Beschilderungen der beiden Parkhäuser verbessert, damit sie für Besucher der Stadt Luxemburg noch einfacher zu finden sind.

Für eine weitere unterstützende Maßnahme wendete sich die Bürgermeisterin am Mittwoch an Finanzminister Pierre Gramegna, um ihn nach einer möglichen Steuerstaffelung für die von
der Baustelle betroffenen Läden zu fragen. Es ginge nicht darum, dass sie keine Steuern mehr zahlen sollen, sondern darum, ihnen während dieser schwierigen Zeit wenigstens ein bisschen von ihrer Steuerlast abzunehmen.

Als Aktionär der Luxexpo bietet die Stadt Luxemburg den Betroffenen noch eine weitere Möglichkeit, wieder mehr Sichtbarkeit zu erlangen. Sie sollen vom 12. bis zum 15. März beim Springbreak, der ehemaligen Frühlingsmesse, Stände zur Verfügung gestellt bekommen. Hier kümmern sich die Organisatoren zurzeit noch um die Kontaktaufnahme, allerdings haben schon einige Händler ihr Interesse ausgesprochen.