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Interpol: Kriminalität mit Kunststoffverschmutzung bedroht Nahrungskette

Die Kriminalität mit Kunststoffverschmutzung bedroht die Nahrungsmittelkette, die Ökosysteme, die Wirtschaft, die öffentliche Gesundheit und die nachhaltige Entwicklung.“ Das sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock bei der Vorstellung der Ergebnisse bezüglich der Operation mit dem Codenamen „30 days at Sea 2.0“. Bei dieser Aktion wurden mehr als 200 Vollzugsbehörden weltweit zu einer konzertierten Aktion auf allen Kontinenten zusammengeführt.

Im Rahmen einer weltweiten Strafverfolgungsmaßnahme, an der 61 Länder beteiligt waren, wurden Tausende illegaler Aktivitäten in Bezug auf schwere Meeresverschmutzung sowie Hunderte weiterer Verstöße festgestellt und schwere Fälle von Kontamination weltweit aufgedeckt. „Interpol spielte und spielt eine wichtige Rolle bei der Koordinierung solch wirksamer globaler Maßnahmen mehrerer Behörden, um die Länder bei der Bekämpfung dieser schweren Form der Verschmutzungskriminalität zu unterstützen“, sagte Stock weiter.

Kosten für Umweltvorschriften umgehen

Um dieses schwere globale Ausmaß der Meeresverschmutzungskriminalität zu veranschaulichen, haben die vorläufigen Ergebnisse der Operation bereits mehr als 3.000 Verstöße aufgedeckt, die bei 17.000 Inspektionen festgestellt wurden - und die Ermittlungen laufen noch weiter. „Wir haben bereits bedeutende Ergebnisse der Aktionstage gesehen, aber die Arbeit wird und muss weitergehen, um diejenigen hinter diesen Verbrechen zu identifizieren, die auf Kosten unserer Umwelt Profit machen“, fügte der Leiter von Interpol hinzu. Die Verstöße - wie illegale Einleitungen auf See, in Flüsse oder in Küstengebiete - seien in erster Linie der Vermeidung von Kosten für die Einhaltung der Umweltvorschriften zuzurschreiben.

Im Rahmen der Operation richtete Interpol ein „Operational Command Centre (OCC)“ in Singapur ein, das sich auf den illegalen Handel mit Kunststoffabfällen, einer zentralen Bedrohung für die Sicherheit der Meeresumwelt, konzentrierte. Das OCC brachte die wichtigsten Länder zusammen, um Ermittlungen in Fällen illegaler Ausfuhren oder Einfuhren von Kunststoffabfällen einzuleiten. „Da die Vorfälle der Meeresverschmutzung in den letzten zehn Jahren erheblich zugenommen haben und Europol die Meeresverschmutzung als einen vorrangigen Bereich der Umweltkriminalität betrachtet, sind wir stolz darauf, diese Operation innerhalb der EU-Mitgliedstaaten in aktiver Zusammenarbeit mit unseren Kollegen von Interpol und Frontex zu koordinieren“, ergänzt die Europol-Exekutivdirektorin Catherine De Bolle.

Koordiniertes Vorgehen nötig

„Denn die Meeresverschmutzung erfordert ein koordiniertes und behördenübergreifendes Vorgehen auf globaler Ebene: Die beeindruckenden Ergebnisse der zweiten Ausgabe der Operation zeigen einmal mehr, was erreicht werden kann, wenn die Strafverfolgungsbehörden mit Unterstützung der EU und globaler Organisationen zusammenarbeiten“, fügte die Europol-Chefin hinzu.

Im Rahmen der Operation verstärkten einige Länder ihr kollektives Engagement bei der Bekämpfung von Straftaten im Zusammenhang mit der Verschmutzung durch Plastikabfälle durch Sensibilisierungskampagnen zusätzlich zu den Durchsetzungsmaßnahmen.