LUXEMBURG
INGO ZWANK

Bettemburger Zugunglück vom 14. Februar 2017: Unaufmerksamkeit wegen Handynutzung?

Das Zugunglück in Bettemburg ist teilweise auf technische Probleme sowie menschliche Fehler zurückzuführen. Dies ging bereits aus einem Vorabbericht der Staatsanwaltschaft vom März 2017 hervor, der nach dem Unfall im Rahmen eines Teilberichtes veröffentlicht wurde. Am Montag wurde nun der vorläufige Abschlussbericht vorgelegt, der zu gleichem Ergebnis kommt.

Nach der Untersuchung bezüglich des Zugunglücks von Bettemburg vom Februar 2017 gab die Staatsanwaltschaft eine entsprechende Stellungnahme ab.

Die gerichtliche Untersuchung sei sehr weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen, wie es eingangs der Mitteilung heißt. So bestätige der aktuelle Statusbericht die Ergebnisse des Vorgutachtens vom 21. März 2017, was bedeutet, dass der Unfall durch mehrere Faktoren zu erklären sei. Auf der einen Seite spiele der menschliche Faktor eine Rolle bei der Unfallentstehung. Der Zugführer des Personenzuges TER 88807 hat ein Signal nicht zur Kenntnis genommen. Er hätte das Stoppsignal zu spät bemerkt, dann eine Notbremsung ausgelöst.

Auf der anderen Seite wäre der Unfall auch auf einen technischen Defekt zurückzuführen, indem der Fixpunkt auf den Schienen, so das „Krokodil“, keinen elektrischen Impuls gesendet hätte, was dazu geführt hätte, den Zugführer zu informieren. Durch diesen Fehler hätte die automatische Notbremsung nicht funktioniert.

Die gerichtliche Untersuchung, deren Zweck darin besteht, die genaue Ursache für das Nichtfunktionieren des „Krokodils“ zu ermitteln, erweist sich als sehr technisch und ist noch nicht abgeschlossen, wie es in der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft heißt.

Zum aktuellen Zeitpunkt gäbe es keine Anhaltspunkte für einen möglichen Mangel an Wartung. Schweizer Experten seien immer noch dabei, nach den genauen Ursachen für das Nichtfunktionieren des „Krokodils“ suchen. Bei aktuellem Untersuchungsstand sei es nach Angaben der Staatsanwaltschaft verfrüht, ein Datum zu benennen, an dem das endgültige Ermittlungsergebnis vorgelegt werden könne.

Somit wurde festgestellt, dass der Lokführer nicht auf das geschlossenen vorgeschaltete Signal reagierte, aber auch das Sicherheitssystem Memor II+ dieses Signal nicht entsprechend erkannte und somit eine Aufforderung für eine Notbremsung gab. Als der Zugführer die Situation entsprechend erkannte und dann eine Notbremsung einleitete, war dies zu spät, um einen Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Zug noch zu verhindern. Der luxemburgische Lokführer hatte das geschlossene vorgeschaltete Signal nicht bemerkt oder übersehen. Erst am geschlossenen Hauptsignal löste er nach den Erkenntnissen eine Notbremsung aus, dies aber zu spät. Auf der Strecke, die für eine Geschwindigkeit für bis zu 140 km/h ausgelegt ist, hatte der CFL-Zug eine Geschwindigkeit von 133 km/h. Bei Aufprall hatte der CFL-Zug TER 88807 noch 85 km/h, ein Zusammenprall konnte nicht mehr vermieden werden. Warum der Zugführer nicht auf das Rotlicht, das nach Ermittlungsbericht mehrere Hundert Meter sichtbar ist, reagierte, ist die große Frage. Wie der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zu entnehmen ist, würden parallel Untersuchungen laufen, um festzustellen, ob der Zugführer zum Zeitpunkt des Unfalls sein privates Mobiltelefon benutzt hat.