LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Musikfilme im Kino: Zach Efron als DJ, Meryl Streep als Band-Sängerin

Zwei unterschiedliche Musikfilme sind momentan bei uns im Kino zu sehen: „We are Your Friends“, dem ersten Spielfilm von Max Joseph, mit als Thema die elektronische Musik, und „Ricki and the Flash“ von Altmeister Jonathan Demme (The Silence of the Lambs), mit Meryl Streep und Rick Springfield, die klassische Popmusik spielen.

Vier Freunde

„We are Your Friends“ handelt von vier Freunden, Mason (Jonny Weston), Ollie (Shiloh Fernandez), Squirrel (Alex Shaffer) und Cole (Zac Efron), die sich mit kleinen Jobs über Wasser halten, wie von den Auftritten Coles, der ein begabter DJ ist. Durch seine elektronische Musik vom Laptop wird der bekannte DJ James (Wes Bentley) auf ihn aufmerksam und nimmt ihn unter seine Fittiche, bis Cole sich in seine Freundin Sophie (Emily Ratajkowski) verliebt.

Der Erstlingsfilm von Joseph erinnert an „Saturday Night Fever“, wo sich auch Jugendliche in Discos herumtreiben, Schlägereien anstiften, oder an alle jene amerikanischen Filme, in denen die Jugend von heute anscheinend nur auf Drogen und Alkohol steht. Stellenweise ist der Film extrem flott geschnitten, mit lustigen Voice-over-Kommentaren unterlegt und mit animierten Sequenzen gemischt, wie in einem Drogenrausch von Cole. Dadurch verirrt sich die Geschichte zu oft in einer banalen Darstellung der Jugend von heute. Die Technomusik ist natürlich gewöhnungsbedürftig, klingt aber nie aggressiv. Der Schluss des Films ist eine großartige Montage aller Ideen von Cole, die er in seinen finalen Track bei einem Open-Air-Konzert integriert.

Familienbande

Ricki (Streep), die richtig Linda heißt, ist die Frontfrau der Coverband „Ricki and the Flash“. Im San Vernando Valley unterhalten sie ein karges Publikum mit Oldies und aktuellen Hits. Privat ist sie pleite und hat sie eine Liaison mit ihrem Gitarristen Greg (Springfield). Als ihr Ex-Mann Pete (Kevin Kline) sie bittet, ihrer Tochter Julie (Mamie Gummer; sie ist Streeps Tochter), die in der Scheidung und depressiv ist, zu helfen, fliegt sie nach Indianapolis. Hier sieht sie nicht nur Julie wieder, die eigentlich mit demselben Genmaterial ausgestattet ist wie sie, sondern auch ihre Söhne Josh (Sebastian Stan) und Adam (Nick Westrate) und Maureen (Audra McDonald), die neue Frau von Pete. Bald wird Josh heiraten, aber Ricki soll nicht zur Hochzeit eingeladen werden.

Meryl Streep singt selbst, wie bereits in „Mamma Mia“ und „Into the Woods“, und das noch nicht mal schlecht. Regisseur Demme weiß, wie man das Kinopublikum unterhalten kann, selbst wenn sein Film ganz klassisch, ohne Experimente, inszeniert ist. Die Geschichte hält ein paar Überraschungen parat und wird stets von Meryl Streep, und stellenweise auch von ihrer Tochter, getragen. Die finale Hochzeitsfeier ist zudem mit ein paar emotionalen Momenten gespickt. Ricki hat sicher ein paar Nasenlängen Vorsprung auf DJ Cole.