BRÜSSEL
MM/DPA

EU reagiert auf Fleischskandal

Wegen eines Gammelfleischskandals in Brasilien hat die Europäische Union einen Importstopp für Ware aus den betroffenen Unternehmen verhängt.

In Brasilien sollen Firmen verdorbenes Fleisch umetikettiert, teilweise gestreckt und mit Chemikalien bearbeitet haben. Gegen 21 unter Verdacht stehende Unternehmen verhängte Brasilien ein Exportverbot - das Land ist größter Exporteur der Welt. Der Importstopp der EU richtet sich gegen das Fleisch betroffener Firmen, das schon unterwegs nach Europa ist.

Zahlreiche Festnahmen

Unter Verdacht stehen unter anderem Geflügel- und Rindfleischfabriken von BRF und JBS, die zu den größten Fleischkonzernen der Welt zählen. China, Chile und Ägypten, die zunächst ihre Märkte ganz geschlossen hatten, lockerten den Importstopp. Wie die EU wollen sie nun nur noch Fleisch aus den 21 im Rahmen der Operation „Carne Fraca“ („Schlechtes Fleisch“) unter Verdacht stehenden Unternehmen abweisen. Bisher kam es zu 36 Festnahmen. Ob in Luxemburg bislang Gammelfleisch verkauft wurde, darüber liegen bis dato keine Informationen vor. Auch aus anderen EU-Staaten gibt es laut einem Schnellwarnsystem keine Meldungen, dass gesundheitsschädliches Fleisch aufgetaucht sei. Der Skandal weckt Erinnerung an 2013, als ein in Capellen ansässigen Fleischverarbeitungsunternehmen Opfer eines Betruges mit altem Pferdefleisch aus Rumänien geworden war.