LUXEMBURG
LJ

Europol hat die Maschen der Täter durchleuchtet

Sie hacken sich in Smartphones oder andere Telekom-Geräte um mit den Zugangs-Accounts Geld zu machen: Kriminelle verursachen jährlich einen Schaden in Höhe von über 29 Milliarden Euro in Europa, wie einem diese Woche veröffentlichten Bericht von Europol zu entnehmen ist. Das European Cybercrime Centre hat die immer neuen Maschen der Telefon-Hacker zusammen mit Trend Micro Research untersucht.

„Vishing“ und der „Wangiri“-Trick

Die am weitesten verbreiteten Betrugsmethoden sind: Vishing (von Voice und Phishing), bei dem die Kriminellen ihre Opfer reinzulegen versuchen, damit diese ihrer Personen- und Finanzdaten mit ihnen teilen oder sie davon überzeugen, ihnen Geld zu übermitteln. Dann gibt es den „Wangiri-Japanese“ oder „One ring“-Trick. Dabei lassen die Täter einen Computer eine Riesenmenge an Telefonnummern anrufen. Jeder Anruf klingelt dann nur einmal. Wenn die Opfer dann zurückrufen, landen sie auf Nummern, die richtig teuer abrechnen. Die höchsten Kosten verursacht aber die sogenannte „International Revenue Sharing Fraud“. Dabei werden in der Regel Gespräche zu kostenpflichtigen Mehrwertdiensten im Ausland generiert. Die Betrüger sacken dann einen Teil der Kosten ein. IRSF spielt auch mit dem Vertrauen zwischen den Telekom-Betreibern: Indem die Kriminellen Telekom-Guthaben von einem Betreiber auf den anderen umschichten, können sie Geld waschen. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl anderer Maschen wie etwa den Verkauf manipulierter SIM-Karten, das Hacking von Telekom-Routern um an wertvolle Daten zu kommen oder sogar die Erpressung von Nutzern mit intimen Bildern oder Videos, die auf Smartphones gestohlen wurden.

Europol hat eine Seite mit Informationen über Telekom-Betrug eingerichtet: tinyurl.com/EuropolTelcom

Allgemein gilt: skeptisch sein, wenn Anrufe von Nummern eingehen, die man nicht kennt, ja nicht zurück rufen und sich beim Telekom-Anbieter melden, wenn sich das Smartphone komisch verhält.