LUXEMBURG
INGO ZWANK MIT DPA

DP-Abgeordneter Gusty Graas fragt bei zuständigem Ministerium nach: Ist dieser deutsche Vorschlag auch eine Anregung für Luxemburg?

Mehr Tempolimits auf deutschen Landstraßen: 2013 starben bundesweit 1.934 Menschen bei Unfällen auf Landstraßen - das sind rund 60 Prozent aller Verkehrstoten. 2014 dürfte die Zahl nach Hochrechnungen ähnlich oder gar höher ausfallen. Grund also, sich Gedanken zu machen. Um solche schweren Unfälle zu vermeiden, fordert daher der deutsche Verkehrsgerichtstag 2015 die generelle Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit für Autos auf Landstraßen.

Lastwagen sollten 80 km/h fahren - auf ausgebauten Landstraßen 100 km/h

Höchstens Tempo 80 sollen Pkw dort noch fahren dürfen. Zugleich müsse das Limit für Lastwagen von 60 auf 80 km/h heraufgesetzt werden, empfahl der Verkehrsgerichtstag am 20. Januar 2015 im niedersächsischen Goslar. Nur ausgebaute Landstraßen sollten auch künftig für Tempo 100 freigegeben werden, verlangte das Expertengremium.

Interessante Ansätze, findet auf jeden Fall auch der DP-Abgeordnete Gusty Graas und wendet sich an das zuständige Ministerium mit Nachfrage, ob man die Studie, auf die sich diese Forderung bezieht, kennen würde und ob der Minister gegebenenfalls bereit wäre, Gespräche in Richtung der Reduzierung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Gebiet des Großherzogtum Luxemburg zu führen.

Unterstützung findet nämlich der Verkehrsgerichtstag auch beim deutschen Verkehrssicherheitsrat. Dieser plädiert ebenfalls auch für Tempobeschränkungen auf Landstraßen - Hauptgeschäftsführer Christian Kellnerer forderte bereits vor Beginn des Verkehrsgerichtstags Tempo 80 auf Landstraßen mit weniger als sechs Metern Breite.

Viele Landstraßen sind schmal, kurvig, sie haben unbefestigte Seitenstreifen und bieten schlechte Sicht zum Überholen.

Rund 60 Prozent aller in Deutschland im Straßenverkehr Getöteten starben auf einer Außerortsstraße, die nicht Autobahn ist. Die meisten tödlichen Unfälle (die zu 80 Prozent von Männern verursacht wurden) haben sich in Luxemburg 2013 außerhalb der Ortschaften ereignet (22,14 Prozent innerhalb der Ortschaften und fünf Prozent auf der Autobahn).

Frage nach den Straßenbäumen auch in Deutschland

Im Hinblick auf das Ziel der deutschen Regierung, die Zahl der Verkehrstoten in dieser Dekade um weitere 40 Prozent zu reduzieren, liegen in diesem Bereich also erhebliche Potenziale, resümieren die Experten des Verkehrsgerichtstags. Der Arbeitskreis wird sich mit den größten Risiken auf Landstraßen befassen: Abkommensunfälle und Kollisionen mit Hindernissen im Seitenraum, unsichere Gestaltung der Fahrbahn und der Knotenpunkte, Überholunfälle und Unfälle mit Motorrädern. Aus der Analyse dieser Probleme heraus sollen Empfehlungen für eine Verbesserung der Situation entstehen.

Besonders intensive Diskussionen sind dabei zu den Fragen zu erwarten, ob Straßenbäume im Einzelfall zugunsten von mehr Sicherheit beseitigt werden dürfen, ob einzelne, als besonders gefährlich bekannte Motorradstrecken zeitweise gesperrt werden dürfen und ob bei Planung und Finanzierung alles getan wird, um eine sichere Infrastruktur zu gewährleisten.