SANAA
AP/LJ

IS-Selbstmordanschlag auf ein Militärlager fordert über 40 Tote

Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Militärlager im Jemen sind am gestrigen Sonntag mindestens 49 Menschen ums Leben gekommen. Ersten Ermittlungen zufolge habe sich ein Selbstmordattentäter vor dem Lager nahe der südjemenitischen Stadt Aden in die Luft gesprengt, lautete es aus Sicherheitskreisen. Mindestens 50 weitere Menschen sollen verletzt worden sein. Zum Zeitpunkt der Tat standen Soldaten Schlange, um ihren Sold entgegenzunehmen. Das Lager war bereits am 10. Dezember Ziel eines Selbstmordanschlags. Damals kamen 57 Soldaten ums Leben. Zm damaligen Anschlag bekannte sich der jemenitische Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat. Außer dem IS ist im Jemen auch das Terrornetzwerk Al-Kaida aktiv.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich im frühen Nachmittag zu dem schweren Selbstmordanschlag auf die Soldaten bekannt. Die Dschihadisten übernahmen über ihr Sprachrohr Amak die Verantwortung für die Tat. Der Attentäter hatte sich in der Nähe einer Militärbasis in die Luft gesprengt.

Aden wird von einer losen Koalition aus loyal zur international anerkannten Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi stehenden Truppen, örtlichen Milizen und dschihadistischen Gruppen kontrolliert. Sie kämpfen gegen schiitische Huthi-Rebellen, die 2014 die Hauptstadt Sanaa und später weite Teile des Nordjemens einnahmen.

Hadi suchte daraufhin im benachbarten Saudi-Arabien Zuflucht. Seit März 2015 fliegt eine saudi-arabisch geführte Allianz Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen, um die Regierung von Präsident Hadi zu unterstützen. Die Huthis werden vom Iran unterstützt und sind zudem mit Truppen des früheren jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh verbündet. Mehrere Versuche, den Konflikt beizulegen, sind seitdem gescheitert.