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Das Start-Up TenTwentyFour konzentriert sich auf nachhaltige Entwicklungsmethoden

Der Name „Technoport“ mag ein wenig Furcht einflößend klingen. Doch in diesem Gebäude lassen sich zahlreiche Start-Ups und innovative Unternehmen finden. Wie etwa „TenTwentyFour“, ein IT-Unternehmen, das nicht nur auf Qualität setzt, sondern die eigenen Produkte auch ausführlich testet, bevor sie ausgeliefert werden. Eine Vorgehensweise, die bei den Kunden für das notwendige Vertrauen sorgt.

Flache Hierarchie

„TenTwentyFour“ ist allerdings nicht nur wegen seiner Vorgehensweise relativ ungewöhnlich: So ist hier die Hierarchie flach gestaltet. Zwar ist David Raison der Geschäftsführer, doch man will nicht zu sehr darauf pochen. „Dabei handelt es sich um ein Prinzip, das wir so lange wie möglich aufrecht erhalten wollen. Das ist natürlich nicht so einfach“, so David Raison. „Je mehr Mitarbeiter man hat, desto schwieriger wird es“, pflichtet ihm Tom Theisen, ebenfalls Anteilseigner bei TenTwentyfour, bei. Kennen gelernt haben sich die Firmengründer im luxemburgischen Hackerspace, ohne den es das Unternehmen, den beiden zufolge, gar nicht geben würde. Denn im Hackerspace würde man auch relativ schnell merken, mit wem man gut zusammenarbeiten kann - ein perfekter Nährboden für Start-Ups also. Das Hacker-Dasein spielt aber noch eine weitere Rolle: Die beiden haben keine formale Ausbildung als Informatiker. Während Tom Theisen noch an seinem Bachelor arbeitet, hat David Raison ein Diplom in Philosophie und Politikwissenschaft absolviert. Das sagt allerdings wenig über ihre IT-Kenntnisse aus, so Tom Theisen: „Wir sind halt Hacker und damit Autodidakten“

Keine Verschwendung

Doch was wird eigentlich bei TenTwentyFour hergestellt? Der Name, der auf binäre Arithmetik gründet, etwa auf die 1024 Kilobyte, die ein Megabyte ausmachen, lässt vermuten, dass hier Anwendungen und Software entwickelt werden. Doch die Firma lässt auch Infrastruktur und Support für besagt Dienste nicht außer Acht und kümmert sich um Server und Netzwerk. Unter anderem hat man so das Interface für die Verwaltungssoftware der dies- und letztjährigen „Foire des Etudiants“ entwickelt, das sowohl von den Ausstellern als auch von den Besuchern genutzt werden kann.

Einen besonderen Akzent legt man auf das Testen der Software: Automatisierte Testläufe überprüfen bei jeder Änderung die Funktionalität der Anwendung. „In Luxemburg überwiegt größtenteils noch „Cowboy-Coding“. Was wir anders machen ist, dass wir mehr testen. Wir schreiben nicht zuerst den Code, sondern zunächst die Tests“, erläutert David Raison - eine Praxis, die unter dem Begriff „Test-Driven-Development“ kursiert. So will man möglichst nahe an die Vision der Kunden heran kommen, während man diesen das Produkt kontinuierlich vorführt. Der Nachteil dabei ist, dass es natürlich etwas länger dauert. Der Vorteil sollte dagegen schon überwiegen: Die Qualität der ausgelieferten Software soll wesentlich höher sein, auch, was ihre Sicherheit angeht. Unter dem Strich lohnt sich also die zusätzliche Investition, so Tom Theisen: „Du verhinderst damit, dass Stunde um Stunde in Arbeit an nutzlosen Funktionen investiert werden.“

Aktuell sucht man bei TenTwentyFour immer noch nach einem neuen Programmierer. Die beiden stellen fest, dass es ziemlich schwierig ist, innerhalb von Luxemburg an Programmierer zu kommen. Während Techniker noch relativ leicht zu erreichen sind, gäbe es hier noch ziemlichen Mangel.
Mehr Informationen auf:www.tentwentyfour.lu