Sportzeitschriften liefern jedes Jahr den Hobbysportlern Tipps, wie sie auch bei Temperaturen über 30 Grad ihr Trainingspensum abspulen können. Halten diese Tipps, was sie versprechen und welche Qualen erwarten den Läufer, wenn er diese nützlichen Tipps nicht befolgt? Ein kleiner Selbsttest.
Sonntagabend, 17.00: Das Thermometer zeigt genau 34 Grad, ich schnüre meine Laufschuhe, um zu einem kleinen halbstündigen Testlauf zu starten. Zwei Drittel der Strecke führen durch einen Wald, ein Drittel über Feldwege, wo die Sonne brennt. Eine Viertelstunde vor dem Trainingsstart habe ich etwa einen halben Liter Mineralwasser ohne Kohlensäure getrunken.
Neben einer Laufhose aus synthetischen Materialien trage ich ein herkömmliches Funktionsshirt mit kurzen Ärmeln. Bereits auf den ersten dreihundert Metern, die ich sehr gemütlich laufe - ungefähr fünf Minuten/ Kilometer-, merke ich, dass mein Körper sich in den vergangenen Tagen bereits den hohen Temperaturen angepasst hat.
Das Laufen unter der sengenden Sonne bereitet mir keine Mühe. Anders das Ozon, das beim Einatmen der Luft ein Jucken im Rachen provoziert.
Voll gesaugt
Der Lauf durch den Wald schützt den Läufer vor der prallen Sonne, bei Temperaturen über 30 Grad und mehr verschafft sich die Hitze aber auch Zugang zu den Wäldern, eine Abkühlung kann man hier nicht erwarten. Nach der Hälfte der Strecke beginnt mein Laufshirt sich langsam aber sicher mit Schweiß voll zu saugen, Durst habe ich keinen. Das letzte Drittel der Strecke führt erneut über einen Feldweg, knapp zehn Minuten trennen mich noch vom schattigen Parkplatz, wo mein Wagen parkt.
Auf den letzten 400 Metern laufe ich langsam aus: Das Funktionsshirt kann ich auswringen, die Laufhose hat sich ebenfalls mit Schweiß voll gesaugt. Kopfschmerzen habe ich wegen des Ozons keine, bis 45 Minuten nach dem Trainingslauf habe ich zweieinhalb Liter Flüssigkeit - Mineralwasser und Apfelsaft getrunken, um den Flüssigkeitsspeicher wieder aufzufüllen
Fazit: Lauftraining unter der sengenden Sonne und bei Temperaturen über 30 Grad sollten sich nur Sportler zumuten, die unter medizinischer Kontrolle stehen und gezielt auf einen Wettbewerb hin trainieren, der bei hohen Temperaturen ausgetragen wird.



